zur Navigation springen

Ladenhüter Immobilie : Keiner will ehemaliges Polizeigelände

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seit Jahren steht das Gebäude in der Amtstraße leer: Nach geplatzten Kongresshotel-Träumen wagt die Stadt einen neuen Anlauf für den Verkauf

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 10:00 Uhr

Die Lage ist hervorragend: Direkt am Schweriner See mit Blick auf die Schlosstürme. Im Hintergrund rollen die Baufahrzeuge und ziehen das Prestige-Wohnprojekt auf den ehemaligen Waisengärten hoch. Das alte Polizeigelände liegt direkt an der Amtstraße, über die künftig die Autos der neuen Anwohner ins Wohngebiet rollen. Das etwa 1300 Quadratmeter große Gebäude, in dem von 1960 an zuerst das Kreisamt der Volkspolizei und nach der Wende bis 2008 die Polizeiinspektion ihre Arbeit tat, erhebt sich altehrwürdig in der Werdervorstadt. Das Grundstück erstreckt sich über knapp 8500 Quadratmeter. „Es darf bebaut werden und gibt eine Menge Nutzungsmöglichkeiten“, sagt Stefan Schlick, stellvertretender Leiter des Liegenschaftsamtes. Aus Sicht der Stadtverwaltung eignet sich der Standort perfekt für ein Kongresshotel. „So eines fehlt uns in Schwerin eben noch“, erklärt Schlick und sieht die für Schweriner Hoteliers eher unbefriedigenden Übernachtungszahlen nicht als Hinderungsgrund, um an der Sache festzuhalten. Allerdings war ein entsprechender Versuch in den vergangenen Jahren gescheitert, der Investor abgesprungen. Jetzt wagt die Stadt einen neuen Anlauf. Dabei ist es augenscheinlich nicht die Lage, sondern das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Gandarmeriebrigade, das Investoren abschreckt. Das Haus war zwischen 1874 und 1876 als Wohn- und Dienstkomplex errichtet worden. Die Pläne stammen aus den Federn der Architekten und Landbaumeister Hermann Albrecht Dornblüth und Wilhelm August Wehner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Polizeisitz kurzzeitig für Wohnzwecke umgebaut. Ein Jahr später übernahm es dann die Polizei. 1955 begannen große Um- und Anbauarbeiten. Der Südflügel wurde verlängert und den polizeilichen Anforderungen angepasst.

„Auch wenn sich der Standort heute perfekt für ein Hotel eignet, sind hier auch Gewerbe, Gastronomie und Wohnnutzungen gern gesehen“, sagt Stefan Schlick. Wichtig sei, dass sich der Standort entwickelt. Derzeit nutzen Anwohner der Schweriner Innenstadt das große Gelände gern als Ausweichparkplatz. „Aber das ist kein Dauerzustand, das Areal als Parkplatz zu schade.“

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen