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Aktion Stadtbild : Keine Zukunft für das alte Jagdhaus

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für die Brandruine des einst beliebten Restaurants im Werderholz gibt es bisher kein umsetzbares Zukunftskonzept.

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2014 | 19:26 Uhr

Im Sommer weitgehend hinter dem wuchernden Unterholz versteckt, ist jetzt die Brandruine des Jagdhauses Schelfwerder hinter blattlosen Büschen und Bäumchen deutlich zu erkennen. Immer wieder umgeben von Müllbergen ist sie für aus Richtung Güstrow kommende Autofahrer der erste Willkommensgruß der Landeshauptstadt. Und das wird wohl auch noch weiter so bleiben. Denn eine Nutzung des Grundstücks ist derzeit nicht in Sicht.

Dabei war das Jagdhaus einmal eine gefragte Adresse in Schwerin. Um 1850 als Jagdhütte errichtet, wurde es bereits 1890 zum Ausflugslokal ausgebaut. Ab 1960 dann übernahm die HO. Seitdem heißt das Restaurant am Stadtrand „Jagdhaus Schelfwerder“. Es gab damals einen großen Biergarten mit rund 400 Plätzen, in einem kleinen Pavillon spielte Blasmusik.

Anfang der 90er Jahre dann war das Haus eine der angesagten Adressen in der Landeshauptstadt. Hier gab es ein Angebot, das schon nahe an Westniveau heranreichte. Doch als andere Gaststätten nachzogen, wurden die Gästeströme nach Schelfwerder immer dünner.

Am 3. Oktober 1996 dann ging das Jagdhaus in Flammen auf und brannte nahezu bis auf die Grundmauern nieder. Ermittlungsergebnis der Polizei: Es war Brandstiftung. Ein Täter wurde jedoch, wie bei anderen Brandstiftungen auch, nie gefasst. Seit nun schon fast 18 Jahren verfällt der Gebäuderest immer mehr. Das Privatgrundstück wird von der Natur langsam zurückerobert.

Dabei gab es durchaus Pläne für das Anwesen. Bis zur Bundesgartenschau 2009 sollte der Schandfleck auf jeden Fall verschwinden, hieß es einst in der Mitte der 2000er Jahre. 2007 war der Bau einer Einrichtung für betreutes Wohnen im Gespräch. Später wollten Privatleute wieder ein Restaurant eröffnen – mit großem Erlebnisbereich. Zum 850. Jubiläum der Stadtgründung Schwerins gab es im Museum eine Fotoausstellung des Künstlers Andreas Sachsenmaier. Er hatte die vergessenen Orte der Landeshauptstadt im Blick: die alte Brauerei am Ziegelsee, das ehemalige Klärwerksgelände in der Bornhövedstraße, die Fähre, das dem Verfall preisgegebene Offizierskasino in der Stellingstraße, die Industriebrache der Vorwärts-Hallen am Mittelweg und eben das abgebrannte Jagdhaus Schelfwerder.

Doch getan hat sich bis heute nichts. „Uns liegt aktuell kein Bauantrag vor“, sagt Stadtentwickler Günter Reinkober. Es wird ohnehin nicht so einfach, an dieser Stelle im Werderholz etwas Neues zu errichten. Denn das Baurecht ist lange erloschen. Und das Grundstück liegt im so genannten Außenbereich. „Für einen Neubau müsste ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erarbeitet werden“, so Reinkober. Ein Investor, der ein Projekt in Angriff nehmen könnte, ist aber nicht in Sicht.

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