Vor Schweriner Schulen : Keine Verbotszonen für Elterntaxis

Ferienruhe vor dem Goethegymnasium in der Weststadt: Mit Schuljahresbeginn wird sich das Bild aber wieder ändern. Die Polizei wird dann – wie an anderen Schulen in der Stadt – kontrollieren, ob sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten.
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Ferienruhe vor dem Goethegymnasium in der Weststadt: Mit Schuljahresbeginn wird sich das Bild aber wieder ändern. Die Polizei wird dann – wie an anderen Schulen in der Stadt – kontrollieren, ob sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten.

Verkehrssicherheit vor Schulen: Stadt erteilt Osnabrücker Idee klare Absage. Polizei registrierte nur einen Unfall mit Kind seit 2012.

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09. August 2016, 05:00 Uhr

Noch sind Ferien, noch ruht der Verkehr vor den Schweriner Schulen weitgehend. Zeit zum Nachdenken – zum Beispiel über einen Vorschlag, der bundesweit Schlagzeilen gemacht hat: Die Stadt Osnabrück plant, vor Schulen eine Art Bannmeile einzuführen, so genannte Elterntaxis sollen nur noch in einigem Abstand vor den Schulen halten dürfen, um für mehr Sicherheit beim oft hektischen Hol- und Bringeverkehr zu sorgen. Doch Stadt und Polizei in Schwerin winken bereits ab: Für uns kein Thema, heißt es unisono.

Eine Regelung wie in Osnabrück geplant würde den Verkehr nur verschieben, sagt Kay Müller vom Sachgebiet Verkehr der Schweriner Polizeiinspektion. Aus Sicht der Polizei stelle sich die Sicherheitsfrage in der Form aber auch nicht. „Seit 2012 hat es vor Schweriner Schulen nur einen einzigen Unfall mit einem Schüler gegeben, der uns gemeldet wurde“, so Müller. Vor dem Goethegymnasium sei im April 2015 ein zwölfjähriger Junge angefahren und leicht verletzt worden. „Jeder Unfall ist einer zu viel. Die Schulen der Stadt sind in unserer Statistik aber keine Unfallschwerpunkte“, betont Müller. Die Verkehrsteilnehmer hielten sich zum allergrößten Teil an die Regeln. In der städtischen Unfallkommission werde die Lage kontinuierlich ausgewertet, so der Verkehrsexperte. Er sieht in der positiven Entwicklung – auch die Zahl der Schulwegunfälle insgesamt sei im Vergleich von 2012 zu 2015 zurückgegangen – einen Erfolg der Präventionsarbeit der Polizei. In puncto Elterntaxis appelliert Müller an das Verantwortungsgefühl der Erziehungsberechtigten.

Die Schweriner Schulen seien sicher, so lautet auch die Botschaft aus dem Stadthaus. Um fast jede Schule herum gäbe es eine Tempo-30-Regelung, deren Einhaltung regelmäßig kontrolliert werde, sagt Bau- und Ordnungsdezernent Bernd Nottebaum. Forderungen etwa nach der Einrichtung von zusätzlichen Zebrastreifen bei Schulen erteilte die Verwaltung bereits im September vergangenen Jahres eine Absage. „Die Lage der Schulen zumeist in Anliegerstraßen begründet das zumeist äußerst geringe Verkehrsaufkommen im Schulumfeld. Erhöhte Geschwindigkeiten sind im Rahmen der Überprüfung nicht festgestellt worden“, heißt es in einer Antwort auf einen Antrag der Stadtfraktion von SPD und Bündnisgrünen. Und weiter: „Unfallauffälligkeiten im Schulumfeld existieren nicht. Auch sonst sind keine erheblichen Gefahren festgestellt worden, die den speziellen Vorrang einer Querung mittels Zebrastreifen begründen.“

Den Hol- und Bringeverkehr in den Morgen- und Mittagsstunden durch eine Art Bannmeile zu unterbinden, hält der Leiter der städtischen Verkehrsbehörde, Dr. Bernd Rolf Smerdka, für keine praktikable Lösung. Auch er appelliert an „Eltern und Schulleitungen“ gemeinsame Lösungen zu finden.

Und wie sehen nun die Erfahrungen in Osnabrück mit dem Thema aus? „Wir stehen noch am Anfang“, sagt Stadtsprecher Dr. Sven Jürgensen. Es seien zunächst Fragebogen an die Schulen verschickt worden. Die Idee einer Verbotszone für Elterntaxis sei ein „ambitioniertes Projekt“, räumt Jürgensen ein.

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