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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 23:31 Uhr

Entsorgung in Schwerin : Keine neue Tonne auf dem Hof

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadtvertreter drücken auf Bremse: Gelbe Wertstoffbehälter sollen in Schwerin erst nach Regelung auf Bundesebene aufgestellt werden

von
erstellt am 02.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Die neue Wertstofftonne wird es vorerst in der Landeshauptstadt nicht geben. Mit den Stimmen der CDU, der Unabhängigen Bürger und der Linken empfiehlt der Hauptausschuss, das Vorhaben „bis auf weiteres auszusetzen“. SPD, Bündnisgrüne und die Oberbürgermeisterin sprachen sich vehement für die Einführung der neuen Sammelmöglichkeit noch vor einer gesetzlichen Regelung aus. „Die Wertstofftonne ist ein wichtiges Instrument zur Abfalltrennung und Bereitstellung der Wertstoffe für die Wiederverwertung“, so Angelika Gramkow. „In erster Linie dient das Recycling von Wertstoffen dem Umwelt- und Ressourcenschutz. Davon haben alle etwas.“ So könnten beispielsweise die Müllgebühren stabil gehalten werden. „Gesetzlich gefordert ist eine Recyclingquote von 65 Prozent bis zum Jahr 2020“, so Gramkow. Davon sei Schwerin weit entfernt. Die Quote liegt derzeit bei 46 Prozent.

Auch die bündnisgrüne Fraktionschefin Cornelia Nagel forderte eine sofortige Einführung der Wertstofftonne. „Ein generelles Aussetzen finden wir nicht zielführend. Zu sagen, das ist mir alles zu unbequem, ist zu kurz gedacht. Unterstützt wurde Nagel in der Argumentation von SPD-Vertreter Bernd Schulte. SPD-Umweltexperte Steffen Davids verwies auf die Vorteile für die Bürger: „Es müssen sich keine Gedanken mehr darüber gemacht werden, ob der defekte Eimer oder die alte Metallschüssel über den gelben Sack entsorgt werden dürfen oder nicht. In die neue Wertstofftonne kommen alle Teile aus Kunststoff und Metall.“

Die CDU begrüßte es, dass die Wertstofftonne vorerst nicht eingeführt wird. „Gerade in der Innenstadt fehlt oft der Platz für eine zusätzliche Tonne auf dem Grundstück. Hier brauchen wir flexible und vor allem bürgerfreundliche Lösungen“, sagte Fraktionschef Sebastian Ehlers. Gründlichkeit gehe vor Schnelligkeit.

Für die Linken lehnte Gerd Böttger die sofortige Einführung der Wertstofftonne ab. „Gerade in der Altstadt gibt es meist kleine Grundstücke. Da fehlt der Platz für eine weitere Tonne.“ Böttger spitzte zu: „Wir können ja keine Hecken und Bäume weghacken, nur um die Tonne aufstellen zu können.“

Der zuständige Dezernent Bernd Nottebaum will jetzt zunächst Gespräche mit den großen Vermietern in der Stadt aber auch mit privaten Hauseigentümern führen. „Wir warten auf eine gesetzliche Regelung für die Wertstofftonne aus Berlin. Wenn die kommt, sind wir vorbereitet und brauchen den Schalter nur noch umzulegen.“

Weil die Wertstofftonne nicht eingeführt wird, bleiben auch die öffentlichen Sammelcontainer für Glas und Papier an ihren angestammten Plätzen.

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