Urteil : Keine Haft für Missbrauch

46-Jähriger hat sich an der Spielfreundin seines Sohnes vergangen / Mann zeigte sich selbst an

svz.de von
15. Juli 2014, 20:59 Uhr

Für den schweren sexuellen Missbrauch eines Mädchens hat das Landgericht Schwerin am Dienstag einen 46-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die Richter setzten die Strafe zur Bewährung aus. Dabei honorierten sie vor allem, dass der Mann sich selbst bei der Polizei angezeigt hatte.

Ein Gutachter hatte dem bislang nicht vorbestraften Schweriner wegen einer Persönlichkeitsstörung verminderte Schuldfähigkeit bescheinigt. Der Verurteilte muss als Bewährungsauflage unter anderem seine ambulante Psychotherapie fortsetzen. Das Urteil, das nach nur eintägiger Verhandlung gesprochen wurde, ist bereits rechtskräftig. Der Mann legte zu Beginn des Prozesses ein umfassendes Geständnis ab und bekundete tiefe Reue.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 46-Jährigen aus Schwerin vorgeworfen, sich im vergangenen Jahr mehrfach an einem elfjährigen Mädchen vergangen zu haben. Das Kind war mit dem Sohn des Angeklagten befreundet gewesen und hatte gelegentlich in der Wohnung des Mannes übernachtet. Insgesamt wurde der Mann für fünf Taten verurteilt. In den meisten Fällen war es bei Berührungen geblieben. Offenbar waren Mitarbeiterinnen im Hort auf die Übergriffe aufmerksam geworden. Die Mutter des Mädchens stellte den Mann zur Rede, der daraufhin zur Polizei ging. Dem Mädchen blieb wegen des Geständnisses die Aussage vor Gericht erspart.

Wegen Suizid-Absichten war der Mann zwischenzeitlich in einer Klinik in Behandlung. Dem psychiatrischen Gutachten zufolge liegt kein Fall von Pädophilie vor.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen