Schwerin : Keine Belohnung fürs Gießen

Die Wasserpreise bleiben gleich, auch wenn die umliegende Pflanzenwelt mit gegeossen wird.
Die Wasserpreise bleiben gleich, auch wenn die umliegende Pflanzenwelt mit gegeossen wird.

Leserin wässert regelmäßig auch außerhalb des eigenen Gartens die Pflanzen

von
10. Juli 2018, 05:00 Uhr

Nicht nur die Menschen schwitzen und haben in diesem Sommer großen Durst, sondern auch die Pflanzen. Wie tiefgrün man seinen Rasen bei dieser Trockenheit wirklich braucht, also, wie stark man ihn wässert, bleibt jedem Gärtner selbst überlassen. Dennoch: Wer seine Pflanzen liebt und regelmäßig gießt, der kann es auch nicht ertragen, wenn die Büsche und Bäume entlang der Straße – außerhalb des eigenen Grundstücks – leiden.

Das Ehepaar Zielke, das in der Neubausiedlung auf dem Alten Molkereigelände wohnt, wässert jedenfalls seit Wochen die Pflanzen „draußen“ mit. Auch viele Nachbarn würden das tun, schließlich bräuchten die Bäume und Hecken doch Wasser. „Aber langsam wird uns das zu teuer“, sagt Karin Zielke. „Wir haben zwar eine Wasseruhr für Gartenwasser, zahlen dafür also nur den Trinkwasserpreis, aber trotzdem. Könnte die Stadt in so heißen Sommern nicht die Wasserpreise einfach senken?“, fragt sie am Heißen Draht unserer Zeitung.

Dass Privatleute das öffentliche Grün in diesem trockenen Tagen mitgießen, sei sehr löblich, betont Hanno Nispe, technischer Leiter des Wasserversorgers WAG. „Obwohl die Stadt selbst jetzt natürlich auch zusätzlich ihre Anlagen wässert.“ Aber auf die allgemeinen Wasserpreise könne sich diese Art der Grünpflege nicht auswirken. Und Einzelne für gute Wassertaten quasi finanziell ein bisschen zu belohnen, zöge einen technischen und logistischen Aufwand nach sich, der unbezahlbar sei. „Es gibt ja auch bei der Post keine günstigeren Briefmarken für Menschen, die gemeinnützige Briefe verschicken“, schiebt er als Beispiel hinterher.

Der Schweriner Wasser- und Abwasserpreis halte sich seit Jahren auf stabilem Niveau und läge im landesweiten Vergleich im mittleren bis unteren Bereich. Auf kurzfristige Ereignisse reagiere er weder nach oben noch nach unten. „Wir heben den Preis auch nicht an, wenn wir einen Rohrbruch haben und teure Reparaturen durchführen müssen“, so Nispel.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen