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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 13:27 Uhr

Heimpremiere : Keine Angst vorm ersten Mal

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Test: Volleyball-Heimspiele in Schwerin sind nicht nur was für eingefleischte Sportfans

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 12:00 Uhr

„Gibt es beim Volleyball eigentlich auch ein Unentschieden?“, fragt eine Frau freundlich den Herrn an ihrer Seite. Seit etwa anderthalb Stunden verfolgt sie schon das Spiel der SSC-Volleyballerinnen gegen die Thüringer Volleystars aus Suhl – sie hat gejubelt, mitgefiebert, ist zur La-Ola aufgesprungen, hat in jedem Satz die ersten Punkte der Schweriner Mädels mit Standing Ovations begleitet. Doch ganz regelsicher scheint sie noch nicht zu sein. Puh, wir sind also nicht allein bei unserer persönlichen SSC-Premiere am Lambrechtsgrund.

Namen und Nummern der Spielerinnen stehen auf den faltbaren Klatschelementen auf jedem Sitzplatz. Toll. Schon können wir mitreden: Alles andere erklärt sich ziemlich schnell von selbst. Basiskenntnisse gibt es noch vom Schulsport inklusive der Erinnerung an schmerzhaft umgeknickte Finger – falsche Haltung beim Pritschen – und blaue Flecken an den Unterarmen – falsche Haltung beim Baggern. Für alle anderen Fragen, wie die nach dem Unentschieden oder danach, wie viele Punkte es zum Satzgewinn braucht, hat man ja immer noch diverse auskunftsfreudige Fans direkt neben sich. Sehr direkt.

Die Halle ist ausverkauft, gesessen wir auf belegten Treppen, die Garderobe liegt an den Füßen oder auf dem Schoß. Viel Bewegungsfreiheit gibt es also nicht, beim nächsten Mal besser eine leichtere Jacke wählen und eine kleinere Tasche. In Bewegung bleibt das Publikum trotzdem: Kurz vor dem entscheidenen Satzpunkt springen alle auf und klatschen, was das Zeug hält.

„So nah dran ist man bei keinem anderen Spiel“, schwärmt ein Mann an meiner Seite. Ihn zu verstehen, ist gar nicht so einfach, denn die Geräuschkulisse ist enorm, die mehr als 1000 Fans geben ihr Bestes – und die SSC-Damen auch. Selbst wenn sie zurückliegen, feuert das Publikum sie lautstark an. Bislang ein super Abend, auch wenn der lehnenverwöhnte Rücken ein bisschen zieht, die Beine sich gerne mal strecken würden und so ein Brezel mit Cola, wie er gerade an uns vorbeigetragen wird, jetzt die perfekte Nervennahrung wäre. Aber wo gibt es die? Und wie kommen wir hier raus, bzw. jemals wieder zurück?

Während wir den Blick noch durch die Halle schweifen lassen, macht die Menge:„Oooooh“. Mist, genialen Ballwechsel verpasst. Beim Volleyball muss man voll konzentriert dabei sein, lernen wir. Und: die Schwerinerinnen sind tatsächlich so gut wie ihr Ruf. Sie gewinnen. Zwei Stunden sind wie im Flug vergangen. Unsere Mädels haben definitiv einen neuen Fan. Und zum nächsten Spiel kommt die ganze Familie mit!
 

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