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Schweriner Verkehrskonzept : Kein Zebrastreifen vor dem Campus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Verkehrszählungen steht für die Stadt fest: Neuer Gehweg und geordnetes Parken bieten genug Schutz für Schüler im Hafenquartier

von
erstellt am 24.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Wie viel Zebrastreifen braucht die Stadt? Nachdem im vergangenen Jahr die Forderung nach solch einem Überweg gleich für mehrere Stellen laut wurde, hat die Stadt die Verkehrslage an den entsprechenden Orten geprüft. Konkret ging es um den Dreescher Markt, die Lessingstraße am Edeka-Markt in der Weststadt und die Ziegelseestraße.

„Wir haben den Verkehr an mehreren Tagen und mehreren Stellen gezählt“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Die Ergebnisse wollen wir jetzt auswerten. Im September möchten wir die Stadtvertretung informieren.“ Klar sei indes schon immer gewesen: Einfach ist es nicht, einen Zebrastreifen einzurichten. Verkehrsexperten seien deutschlandweit nämlich inzwischen der Meinung, dass an diesen Überwegen die Aufmerksamkeit der Fußgänger deutlich nachlässt – während Autofahrer ihn gleichzeitig immer weniger ernst nehmen. Das möge rein rechtlich verwerflich sein, aber in der Realität riskiere man womöglich Unfälle.

Im Hafenquartier am Ziegelsee gehen ab September noch mehr Kinder zur Schule. Neben dem privaten Campus mit seinen mehr als 200 Schülern, 240 Berufsschülern und rund 75 Kita-Kindern öffnet dann auch die neue staatliche Grundschule mit aktuell zwei ersten Klassen. Gleichzeitig wächst das Wohngebiet. Viele Kinder, viel Verkehr. Eltern, Lehrer und Schulträger des Campus am Ziegelsee wandten sich im vergangenen Jahr an die Stadt mit der Bitte um einen verkehrssichere Lösung. Ein Wunsch: Eine Ampel an der Bushaltestelle. Baudezernent Nottebaum versicherte schließlich: „Bis zur Eröffnung der neuen Grundschule werden wir eine Lösung haben.“ Er sah aber schon damals die Probleme an einer etwas anderen Stelle: Vor allem die Einfahrt ins Hafengebiet von der Werderstraße über die Lagerstraße sei „unhaltbar“. Das ungeordnete, beidseitige Parken werde es künftig dort nicht mehr geben. „Und es steht an der Einmündung Speicherstraße, Ziegelseestraße ausdrücklich eine Ampellösung auf dem Prüfstand“, so der Dezernent damals.

Das Ergebnis könnte für den Campus ernüchternd ausfallen. Die versprochene Prüfung – an mehreren Tagen und mehreren Orten – habe ergeben, dass eine zusätzliche Ampel oder ein Zebrastreifen für die Speicherstraße nicht notwendig seien, so der Dezernent auf SVZ-Anfrage. Die Zustände in der Lagerstraße würden jetzt allerdings in geordnete Bahnen gelenkt. Noch bevor die städtische Grundschule aufmacht, werden hier der Gehweg saniert, Parkzonen gekennzeichnet und im östlichen Teil die Fahrbahn durch „Leitelemente“ verengt und verschwenkt. Das soll zur Geschwindigkeitsdämpfung beitragen und für Kinder eine günstige Möglichkeit zur Straßenüberquerung bieten. Von Zebrastreifen oder Ampel ist allerdings keine Rede.

Der Arbeitskreis Schulwegsicherung werde sich zu Beginn des neuen Schuljahres von der Wirkung der Maßnahmen überzeugen, heißt es in den Mitteilungen des Oberbürgermeisters – und gegebenenfalls durch gezielte Maßnahmen nachsteuern.

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