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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 18:26 Uhr

Leezener Krankenhaus : Keimstopp auf den Klinikfluren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Leezener starten Modellprojekt, um möglichst alle Besucher zum Desinfizieren der Hände zu bewegen

von
erstellt am 16.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Bei Bärbel Schmiedeke ist der Griff zum Desinfektionsmittel-Spender Routine. Egal, ob die 52-Jährige eine der acht Stationen der Leezener Helios-Kliniken betritt oder verlässt: Sie drückt den Hebel am Spender und verteilt das Desinfektionsmittel gründlich auf beiden Händen. „Bitte die Fingerzwischenräume, die Handoberflächen und die Daumen nicht vergessen“, betont Schmiedeke. Die leitende Hygiene-Fachschwester des Hauses zeigt gerade Bernd Frehse, wie es geht. Der Mitarbeiter des Leezener Sanitätshauses Schaub nimmt die Tipps der Fachfrau gern an. „Ich achte bei meinen Besuchen schon darauf, meine Hände zu desinfizieren“, sagt Frehse. „Die neuen Aufkleber finde ich gut, die erinnern jeden Besucher dran, wie wichtig das ist.“ Denn im Eingangsbereich von Station fünf prangen jetzt zwei rote Sperrlinien und ein großes Stopp-Schild auf dem Boden. Genau dort sind links und rechts an den Wänden die Desinfektionsmittel-Spender zu finden: Mit einfachen Mitteln entstand so eine „Keimstopp-Zone“.

„Wir wollen verhindern, dass Keime rein-, raus - oder auch herumgeschleppt werden“, erläutert Daniel Dellmann von der Klinikleitung. Nun ist das nichts Neues für die Leezener Klinik. Sie ist ein Vorzeigehaus in MV. In Leezen werden Patienten behandelt, die zumeist an mehreren, schweren Krankheiten leiden und oft auch noch mit Krankenhauskeimen infiziert sind. „Etwa zwei Drittel der zu uns überwiesenen Patienten bringen multiresistente Erreger mit“, berichtet Schmiedeke. Daher muss jeder der mehr als 430 Mitarbeiter der Leezener Klinik die Hygienerichtlinie nicht nur aus dem Effeff kennen, sondern diese auch verinnerlicht haben.

„Ich kann mich noch sehr gut an meine erste Hygieneschulung erinnern“, erzählt Daniel Dellmann. Der Ingenieur und Kaufmann ist seit vorigem Frühjahr als Geschäftsführer in dem Helios-Haus tätig. Wie alle Neuen musste auch der Chef als erstes zur Hygieneschulung. Und mindestens zweimal im Jahr gibt es eine Auffrischung oder Weiterbildung für jeden Mitarbeiter. „Auch die Patienten werden angeleitet, vor dem Verlassen ihres Zimmers sowie vor und nach Gruppentherapien ihre Hände richtig zu desinfizieren“, berichtet Schmiedeke. Zudem darf die dritte große Personengruppe in einer Klinik nicht vergessen werden: die Besucher. Schließlich will keiner einen Krankenhauskeim mit nach Hause nehmen.

Und auch die andere Seite der Medaille gilt es zu beachten. „Gerade in Zeiten verstärkter Atemwegs- und Magen-Darm-Infekte ist es wichtig, dass die Besucher keine unsichtbaren Geschenke mitbringen“, betont Bärbel Schmiedeke. Die Desinfektionsmittel-Spender vor jeder Station laden natürlich auch Gäste zur Hand-Hygiene ein. Doch die werden oft übersehen oder links liegen gelassen. Mit Hilfe der „Keimstopp-Zone“ soll sich das ändern.

Jetzt läuft eine zweimonatige Testphase auf Station fünf an. „Wir haben extra eine Station mit regem Besucherverkehr gewählt“, berichtet Dellmann. Nach acht Wochen wird kontrolliert, ob der Verbrauch von Desinfektionsmitteln gestiegen ist. „Wenn der Test angenommen wird, weiten wir das Projekt aus“, sagt Dellmann. Das unterstützt Bärbel Schmiedeke nach Kräften. „Mit einer konsequenten und sachgerechten Händedesinfektion lässt sich die Übertragung von Krankheitserregern größtenteils vermeiden“, betont die Hygiene-Fachschwester.

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