Schweriner Verein behält Bahn : Kegler können in Ostorf bleiben

Der Standort der Kegelbahn bleibt gesichert: Der Investor macht aus dem ehemaligen Einheit-Heim ein zweigeschossiges Wohnhaus und erhält die Kegelbahn.
Der Standort der Kegelbahn bleibt gesichert: Der Investor macht aus dem ehemaligen Einheit-Heim ein zweigeschossiges Wohnhaus und erhält die Kegelbahn.

Vereinsheim des SV Einheit wird verkauft – Investor wird Traditions-Standort sanieren und zwei Wohnhäuser bauen

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14. Juni 2016, 05:00 Uhr

Die Sportler des SV Einheit haben wieder eine Zukunft. Der Standort ihrer Kegelbahn in der Schlossgartenallee ist gesichert, der Spielbetrieb kann an angestammter Stelle weiter gehen. Die Stadt wird das Grundstück verkaufen. Die Stadtvertretung hat dem auf ihrer jüngsten Sitzung zugestimmt.

Der Investor wird das Vereinsheim sanieren und – von der Schlossgartenallee aus gesehen – davor und dahinter jeweils ein weiteres Gebäude errichten. „Ganz frei ist er dabei aber nicht“, betont Stadtentwickler Andreas Thiele. „Wir befinden uns dort im Denkmalbereich.“ Vor dem Einheit-Heim wird deshalb nur ein zweigeschossiges Wohnhaus mit ausgebautem Dachgeschoss genehmigt. „Das entspricht in etwa der Nachbarbebauung“, so Thiele. Einzelheiten müssen nun zwischen der Stadt und dem Investor verhandelt werden.

Eine Diskussion um das Vereinsheim des SV Einheit begann, als der vom Innenministerium geschickte Beratende Beauftragte empfahl, das Grundstück in Schwerins teuerster Wohnlage zu verkaufen. Dagegen regte sich sogleich Widerspruch. „Nur hier kann die Bundesligamannschaft trainieren und Wettkämpfe austragen. Der Jugendarbeit würde mit dem Wegfall der Sportstätte die Grundlage entzogen werden. 700 Mitglieder hätten keinen Vereinssitz mehr“, sagte damals Stadtvertreter Sven Klinger. Die Stadt erwog auch eine Verlagerung der Kegelbahn. „ Als Ideen waren Areale an der Sport- und Kongresshalle, am Bleicher Ufer und am Belasso im Gespräch“, so Baudezernent Bernd Nottebaum. Doch die Kegler wollten am angestammten Standort bleiben.

Auch der Verein wurde aktiv. Er sammelte rund 1100 Unterschriften für den Erhalt des Standorts. Vereinsvorsitzender Thoralf Suhr machte den Vorschlag, „dass wir uns verkleinern. Etwas Platz abgeben.“ Das hätte geheißen: Nur ein Teil des großen Grundstücks sollte verkauft werden. „Hier könne dann gebaut und Wohnungen vermietet werden. So würde Geld in die Stadtkasse gespült und die Kegelbahn könne weiter genutzt werden.“

Auch der Ortsbeirat Gartenstadt-Ostorf sprach sich einstimmig für den Verbleib der Kegelbahn am jetzigen Standort und das Kompromissangebot des Vereins aus. „Die Kegelbahn ist seit mehr als 50 Jahren fester Bestandteil des Stadtteils und inzwischen die einzige öffentliche Anlage ihrer Art in Schwerin“, sagte der Vorsitzende Daniel Meslien.

Im Sommer vergangenen Jahres dann Entwarnung: Mit einem Verkauf der Liegenschaft wollte die Stadt den Käufer verpflichten, das Grundstück zu entwickeln und gleichzeitig die Kegelbahn zu erhalten. Dazu hat sich der Investor verpflichtet. Schon, wie er sagt, um die Jugendarbeit des Vereins zu erhalten. Außerdem wird er den Kegelpub, die ehemalige Gaststätte „Cäciliengarten“, erhalten.

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