Schweriner lieben Fisch : Karpfen führt Rangliste an

Fischer Martin Dießner präsentiert einen schönen Zehnpfünder.
Fischer Martin Dießner präsentiert einen schönen Zehnpfünder.

Silvester steht bei vielen Schwerinern Fisch auf dem Speiseplan / Fischer sind auf den Ansturm vorbereitet

von
29. Dezember 2016, 23:49 Uhr

Der Silvesterkarpfen ist für viele Schweriner ein Muss und gekauft wird er am liebsten direkt beim Fischer. „Da kommen schon mal an die 1000 Stück am Tag weg“, sagt Fischer Gerd Eberwein vom Fischereihof Mueß. Damit es in der kleinen Sackgasse, die direkt zum Ufer der Mueßer Bucht führt, nicht zum Megastau kommt, werden die Autofahrer schon an der Alten Crivitzer Landstraße eingewiesen. Die Helfer sind mit Funkgeräten untereinander verbunden, so dass sie genau wissen, wann wo ein Parkplatz frei wird. Am Ufer wurde zudem ein großes Zelt aufgestellt, damit der Verkauf wie am Schnürchen laufen kann und Kunden auch Fischbrötchen oder Glühwein bekommen. Karpfenkauf wird zum Erlebnis.

„Doch jeder bekommt seinen Fisch, meine Hälterungsnetze im Schweriner See sind voll“, versichert Eberwein. Dank jahrelanger Erfahrung weiß er, was die Schweriner wollen: „Am begehrtesten sind die Fünf- und Sechspfünder, aber auch Drei- und Vierpfünder werden gern genommen“, berichtet der Chef des Fischereihofs. Die Karpfen hat er von der Teichwirtschaft Peitz geholt und in Netzen im Schweriner See gehältert. Direkt am Ufer wählen sich die Kunden ihren Karpfen aus, der gleich geschlachtet und auf Wunsch ausgenommen wird. Singles können auch Fischstücke kaufen.

Aber nicht nur Karpfen gehen zu den Feiertagen über den Tresen. Zwar führen diese traditionell die Wunschliste der Schweriner an, doch auch Forellen, Saiblinge und die großen Lachsforellen mit mehr als zwei Kilo Gewicht gehen gut, sagt Eberwein. Auch sie werden von den Fischern lebendig aus dem Wasser des Schweriner Sees gekeschert.

Vervollständigt wird die Liste der lebend zum Verkauf angebotenen Schuppentiere durch Schleie, Hechte, Welse, Störe und weitere Arten. „Die meisten hole ich aus Peitz, andere – wie zum Beispiel die Schleie – aus Hohen Viecheln“, erklärt Eberwein. Er verkauft aber auch Aale und Meeresfische, die er täglich vom Hamburger Fischmarkt holt.

Zunehmender Beliebtheit erfreut sich bei vielen Schwerinern frischer Räucherfisch, berichtet der Fischereihof-Chef. Deshalb werde in seiner hauseigenen Räucherei auch jeden Tag der Ofen angeschmissen. Aber nicht mit Buchenholz oder Sägemehl. „Wir räuchern nach dem Altoner Verfahren mit Erle“, verrät Eberwein. Bei ihm selbst komme Silvester aber Karpfen blau auf dem Tisch. Geöffnet ist der Fischereihof Mueß heute von 8 bis 18 und morgen bis 13 Uhr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen