Hundehaufen : Kapituliert die Verwaltung?

Vorsicht „Tretminen“: Seit Jahren wird über Hundekot auf den Straßen geredet – und nichts verändert sich zum Positiven.
Vorsicht „Tretminen“: Seit Jahren wird über Hundekot auf den Straßen geredet – und nichts verändert sich zum Positiven.

Für die Beseitigung von Hundehaufen findet die Stadt keine Lösung – Stadtvertreter wollen den Druck auf Hundehalter erhöhen.

svz.de von
11. März 2014, 08:00 Uhr

Verärgerte Bürger, fordernde Stadtvertreter, eine hilflos erscheinende Stadtverwaltung – Hundehaufen bewegen die Gemüter. „Das geht einer Menge Schweriner auf die Nerven“, sagt Stadtvertreter Silvio Horn von den Unabhängigen Bürgern. „Wir sind in den vergangenen Jahren bei dem Thema nicht vorwärts gekommen.“ Horn bezeichnet die Rudolf-Breitscheid-Straße und die Wittenburger Straße als „Hundeklo“ für die Innenstadt. Dass es dort ein Problem mit Hundehaufen gibt, räumt auch Ordnungsdezernent Wolfram Friedersdorff ein. Allerdings – bei Kontrollen hätten die Politessen des Kommunalen Ordnungsdienstes „keinen Hundehalter angetroffen“. „Die Stadt braucht systematische Ansätze“, sagt Friedersdorff. „Wir müssen positive Beispiele schaffen.“ In der Feldstadt, so der Ordnungsdezernent, sei die Situation schon viel besser geworden. Warum, sagte Friedersdorff allerdings nicht.

Den Stadtvertretern ist das alles offenbar zu unkonkret. Sie wollen, dass der Ordnungsdienst aktiver wird. „Etwas mehr Druck auf die Hundehalter kann nicht schaden“, sagt Sebastian Ehlers von der CDU-Fraktion. „Ein bis zwei Wochen lang verstärkte Kontrollen an den betreffenden Stellen zur Abschreckung wird schon etwas bringen.“ Dabei dürfe dort nicht tagsüber „Streife“ gegangen werden. „Wenn gegen sechs Uhr und nach Feierabend der Ordnungsdienst dort unterwegs ist, wird er schon einige Hundehalter antreffen“, so Ehlers. Wird ein Hundebesitzer tatsächlich „erwischt“, müsse aber auch ein Bußgeld verhängt werden. „Das wäre dann auch ein Erziehungseffekt“, ergänzt Silvio Horn.

Die Grundstückseigentümer zur Beseitigung von Hundekot heranzuziehen, hält Wolfram Friedersdorff nicht für möglich. „Wenn ein zweiwöchiger Reinigungsrhythmus für eine Straße festgelegt ist, können wir nicht einfach zwischenzeitliche Reinigungen verlangen. Ich halte das auch juristisch für schwierig.“

Einen Lösungsansatz in Sachen Hundehaufen gab es schon einmal in Schwerin. Zur Bundesgartenschau fuhr im Auftrag der Stadt ein so genanntes Hundekotmobil in der Innenstadt – betrieben von einer Beschäftigungsgesellschaft. Doch das Fahrzeug ist längst wieder abgeschafft. Und für ein neues fehlen offenbar die Mittel. Immerhin mehr als 50 000 Euro.

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