Wirtschaft : Kampf um den IHK-Thron

Bei der Wahl des Präsidenten der neuen IHK am 10. Dezember wird es zur Kampfabstimmung zwischen Amtsinhaber Hans Thon (l.) aus Schwerin und Herausforderer Gerhard Klinckmann aus Picher kommen.
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Bei der Wahl des Präsidenten der neuen IHK am 10. Dezember wird es zur Kampfabstimmung zwischen Amtsinhaber Hans Thon (l.) aus Schwerin und Herausforderer Gerhard Klinckmann aus Picher kommen.

Schweriner Unternehmer in der Vollversammlung nicht mehr in der Mehrheit: Wird Hans Thon dennoch wieder zum Präsidenten gewählt?

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21. November 2014, 08:00 Uhr

Die Wahl des neuen Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin wird spannender als bisher gedacht. Erst war gar kein Kandidat auszumachen, jetzt wird es mindestens eine Kampfabstimmung zwischen dem bisherigen Präsidenten Hans Thon aus Schwerin und Gerhard Klinckmann aus Picher geben.

Noch vor Tagen der bisherige Amtsinhaber unter Zeugen immer wieder offen gelassen, ob er wieder antritt. Gegenüber SVZ gab er zu, dass er am liebsten Vize-Präsident sein würde. Nach der Wahl der neuen Vollversammlung sei er aber von einigen angesprochen worden, sich dem Amt erneut zu stellen. „Ich möchte in diesem Amt die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fortsetzen können“, bekannte sich der 71-Jährige zur Kandidatur. Thon, der eigentlich aus Lüneburg kommt und auch in Parchim und Ludwigslust wirtschaftlich tätig ist, wird in den Schwerin umgebenden Landkreisen jedoch als Schweriner gesehen.

Jetzt haben die Flächenkreise mit dem 61-jährigen Gerhard Klinckmann aus Picher einen eigenen Kandidaten in Stellung gebracht. „Es ist zum einen die Aufforderung nicht weniger Unternehmerkollegen aus Südwestmecklenburg, mich der Aufgabe und damit der Wahl zu stellen. Zum anderen ist es die neu ausgerichtete Wahlordnung der Kammer, die nun ein reales Spiegelbild der wirtschaftlichen Stärke der einzelnen Regionen gibt. Ich werde daher meinen Hut in den Ring werfen“, erklärte der Fachmann der Kfz-Branche gegenüber SVZ.

Bei der Wahl am 10. Dezember kommt es nur auf die 44 Mitglieder der neuen Vollversammlung an, die in diesem Jahr gewählt wurden. Allerdings lag die Wahlbeteiligung über alle Unternehmen nur knapp jenseits der acht Prozent. Ein Ergebnis, das nicht nur für den bisherigen Kammerpräsidenten Thon enttäuschend war.

In der früheren Mitgliederversammlung hatten vor allem Schweriner Vertreter den Ton angegeben. Das ändert sich jetzt. Im neuen Gremium haben allein die Vertreter aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim 17 Mandate, gestaffelt nach Branchen. Die Landeshauptstadt kommt nur noch auf neun Sitze, Nordwestmecklenburg hat zwölf Sitze.

Der Kandidat aus der Fläche hat somit aussichtsreiche Chancen, wenn er die Unternehmer aus seiner Region hinter sich versammeln kann. Vor allem die Lust auf einen kompletten Neuanfang könnte der IHK zu Schwerin einen neuen Präsidenten bescheren.

Amtsinhaber Thon sieht das Ganze sportlich. Zum einen sei er nach wie vor in Parchim und Ludwigslust als Immobilienentwickler tätig. Zum anderen stelle er sich gern der demokratischen Herausforderung.

Klinckmann hat das Problem, dass er sich vielen in Schwerin und in Nordwestmecklenburg erst noch bekannt machen muss. Zudem war der Chef einer Lackiererei bis vor Kurzem auch noch stellvertretender Präsident der Handwerkskammer. Dort fand man die Kandidatur Klinckmanns für die Vollversammlung der IHK nicht lustig, es kam zum Eklat, der Mann aus Picher trat zurück. „Ich wollte die realen Gemeinsamkeiten der IHK und der Handwerkskammer im Interesse der Wirtschaft und unserer Unternehmen weiter befördern“, sagt er

Das Werben der einzelnen Lager hat längst begonnen. Klinckmann wirbt damit, sich für eine hohe Transparenz der Kammerarbeit einzusetzen. In den vergangenen Jahren sei gute Arbeit geleistet worden. Der Meinung ist aber auch Hans Thon, der sich viele Veränderungen der vergangenen Jahre auch auf seine Fahnen schreibt.

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