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Sanierung von Schweriner Straßen : Kampf um Bäume im Großen Moor

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bürgerinitiative hängte illegal Plakate. Bündnisgrüne stellen Antrag auf Erhalt in der Stadtvertretung. Sanierungsbeginn gefährdet?

von
erstellt am 11.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Ende des Monats soll die Erneuerung des Großen Moors mit dem ersten Bauabschnitt beginnen. Zwischen Puschkin- und Holdheim-Straße will die Stadt die Ver- und Entsorgungsleitungen in der Erde erneuern und auch die Oberfläche neu gestalten. Doch der Baubeginn könnte in Gefahr geraten. Denn die Bürgerinitiative fordert den Erhalt der 13 Bäume und findet dabei Unterstützung von der bündnisgrünen Stadtfraktion. Diese beantragt für die Stadtvertreter-Beratung am kommenden Montag den Erhalt der Bäume.

Doch das ist nicht so einfach, wie die Experten der Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) und der Stadtwerke herausgefunden haben. Denn sie hatten ursprünglich die unterirdische Erneuerung eben genau so durchführen wollen, dass die Bäume erhalten werden. Das sei aber nicht machbar, da mehrere Leitung direkt unter den Bäumen entlang führen. Die SAE hat in der Bauplanung ein mehrseitiges Prüfergebnis beigefügt.

„Natürlich ist es schade, dass wir die Bäume abnehmen müssen“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum, der auch für den Naturschutz in der Stadt verantwortlich ist. „Aber wir werden für die 13 alten Bäume 14 neue pflanzen.“ Diese werden in einer Baumschule gekauft, wo sie schon mehrere Jahre in die Höhe wachsen konnten. „Der Große Moor soll seinen Charakter mit alleeartig säumenden Straßenbäumen behalten“, so der Dezernent. „Das wird stadtgestalterisch richtig gut.“

Wäre der Erhalt der jetzigen Bäume technisch doch möglich, würde das die Planung komplett über den Haufen werfen: Die Arbeiten würden, weil komplizierter, deutlich teurer werden – was die Anlieger bezahlen müssten. Zudem wäre der geplante Baubeginn Ende dieses Monats nicht zu halten, erklärt der Baudezernent, da ja neu geplant werden müsste. Darunter würden vor allem die Lokale „Lukas“ und „Durante“ leiden, die nach jetzigem Plan Ende Mai nächsten Jahres ihre Außengastronomie wieder aufbauen wollen.

Da sich die Bauverwaltung gegenwärtig noch im Vergabeverfahren mit den Baufirmen befindet, kann der Dezernent die genauen Kosten für den ersten Abschnitt noch nicht exakt beziffern. „Wir haben im Gegensatz zur ersten Planung noch in Absprache mit den Anliegern einiges verändert“, berichtet Nottebaum. „Dadurch gehen wir jetzt von Kosten von rund 400 000 Euro aus.“

„Die Stadt hat im Vorfeld jedes Detail mit uns abgestimmt und auf unsere Wünsche reagiert“, lobt Stephan Fuest, Sprecher der Eigentümer Großer Moor 2-6. Dazu habe auch gezählt, welche Baumart neu gepflanzt wird.

Läuft es nach Plan soll nach der Sanierung im Juni der benachbarte Schlachtermarkt folgen. Der zweite Teil des Großen Moores ist erst 2019 an der Reihe.

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