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Brennholz aus dem Trebbower Forst : Kaminholz direkt aus dem Wald

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Förster Stefan Lindemann weist Privatpersonen wie Dachdecker Christian Lindner als „Selbstwerber“ ein und kontrolliert sie

von
erstellt am 27.Jan.2017 | 16:19 Uhr

Christian Lindner mag die „wohlige Wärme“, die beim Heizen mit Holz entsteht. Doch schon bevor der 27-jährige Drispether die Buchen- und Birkenscheite in den Kamin legen kann, bringen die ihn ganz schön ins Schwitzen. „Ich mach’ mein Brennholz selbst“, erzählt Lindner. Der Dachdecker hat jetzt extra Urlaub genommen, um gemeinsam mit Bekannten im Wald aus „Resten“ gefällter Bäume Brennholz zu machen. „Ich mag diese Arbeit in der Natur“ fügt der Dachdecker hinzu. „Das ist mal eine Abwechslung, und vom Holz habe ich dann das ganze Jahr über etwas.“

Fünf bis sechs Festmeter Brennholz holt der Drispether dieser Tage aus dem „Söhren“. So heißt das Waldstück an der B 106 unmittelbar am Abzweig Klein Trebbow. Förster Stefan Lindemann, der die Wälder des privaten Forstbetriebes Trebbow seit einem Jahr betreut, hat Lindner zuvor eingewiesen. „Das Kronenholz von den Buchen und die hohlen Stämme eignen sich nicht für die industrielle Verwertung“, erläutert der 29-Jährige. „Daraus lässt sich aber Brennholz machen.“ Auch die Mitarbeiter des Forstbetriebes machen das. Doch auch die „Selbstwerber“, so werden die Privatpersonen genannt, die für den Eigenbedarf Holz machen, sieht Stefan Lindemann gerne in seinem Revier – wenn sie sich an die Regeln halten. „Denn es ist doch einiges zu beachten, bevor ein Laie die Motorsäge ansetzen darf“, betont Stefan Lindemann. Christian Lindner ist nicht nur mustergültig mit einer einwandfreien Motorsäge und kompletter Schutzkleidung ausgerüstet, der Drispether hat auch einen Berechtigungsschein für den Umgang mit der Motorsäge. „Das muss ich bei jedem Selbstwerber kontrollieren“, betont der Förster. Und natürlich dürfen die Fremden nicht einfach in den Wald gehen und loslegen. Eine Anmeldung beim Förster, Telefon 0173/7720228, ist nötig. Der weist den Interessenten ein, wo er welches Holz für sich aufarbeiten darf. Und am Ende stellt der Förster auch eine Rechnung aus.

„Es gibt nicht mehr so viele Selbstwerber“, erzählt Lindemann. Ob das am derzeit niedrigen Holzpreis liegt oder an den strengen Regeln, vermag er nicht zu sagen. „Wir geben aber den Leuten weiterhin die Möglichkeit, vor der Haustür ihr Brennholz zu machen.“ Da sind sich Förster Stefan Lindemann und Waldbesitzer Ivo von Trotha einig. Und im „Söhren“ liegt gerade viel Kronenholz unter den verblieben Buchen. „Wir mussten hier 70 bis 110 Jahre alte Buchen rausnehmen, um der Verkehrssicherungspflicht gerecht zu werden“, erläutert Lindemann. Die verbliebenen Schirmbäume werden dafür sorgen, dass unter ihren Blätterdächern die nächste Buchengeneration sprießen kann. Die bereits aufgelaufenen Bäume zeigen, dass es höchste Zeit für diese natürliche Verjüngung wurde.

Christian Lindner stapelt indes die zersägten Äste auf den Anhänger seines Wagens. Der Drispether will in dieser Woche noch richtig ranklotzen, um seinen Brennholz-Vorrat aufzufüllen. „So lange der Waldboden gefroren ist, lässt es sich gut arbeiten“, fügt er an.

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