Schwerin : Kameras schrecken Vandalen ab

Der Vandalismus in Bussen und Bahnen des Schweriner Nahverkehrs hat rapide abgenommen. Dank Videoüberwachung, wie Geschäftsführer Wilfried Eisenberg erfreut vermelden kann. Nun soll Geld wieder in den Komfort investiert werden.
Der Vandalismus in Bussen und Bahnen des Schweriner Nahverkehrs hat rapide abgenommen. Dank Videoüberwachung, wie Geschäftsführer Wilfried Eisenberg erfreut vermelden kann. Nun soll Geld wieder in den Komfort investiert werden.

Videoüberwachung in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs machen sich bezahlt: Gespartes Geld wird in Komfort investiert

svz.de von
15. Mai 2018, 05:00 Uhr

Beschmierte oder zerkratzte Scheiben in den Straßenbahnen, aufgeschlitzte und angekokelte Sitze, kaputtgetretene Lampen sowie zerstörte Seitenwände - das alles gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Sehr zur Freude des Geschäftsführers des Schweriner Nahverkehrs. „Vandalismus tendiert bei uns gegen Null“, erklärt Wilfried Eisenberg. 2001 habe das Unternehmen damit begonnen, die Videoüberwachung nach und nach in den 40 Bussen und 30 Bahnen zu installieren und zu perfektionieren.

„Bei uns sind die Kameras keine Attrappen, sie laufen rund um die Uhr. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Polizei konnten und können die Täter schnell zur Verantwortung gezogen werden“, betont der 50-Jährige. Hauptsächlich Jugendliche seien als Verursacher der Schäden ermittelt worden. „Die Polizei hat auch ein großes Interesse daran, dass kommunales Eigentum geschützt wird“, so der gebürtig Warnemünder weiter. „Vor 2001 hatten wir jährlich etwa 100 000 Euro Kosten durch die sinnlose Zerstörungswut. 2017 belief sich diese Summe nur noch auf etwa 27 000 Euro. Das ist ein hervorragender Wert. Auf eine Null kommt man nicht, weil es einigen Chaoten völlig egal ist, ob sie gefilmt werden, oder nicht.“

Der Vandalismus habe den Komfort kaputt gemacht, sagt Eisenberg. „Die Sitze in den Bahnen sind heute hart, brennen nicht und können auch nicht aufgeschlitzt werden. Früher waren sie mit gepolstertem Leder versehen“, so der Nahverkehrschef. Das Geld, das eingespart worden sei, wolle man nun an die Bahn zurückgeben. „Wir werden den Komfort wieder erhöhen“, verspricht Eisenberg. Und verrät, dass ihn eine weitere Tatsache erfreue. „Die Bahnen sind sehr sauber, obwohl wir keine Papierkörbe aufgestellt haben. Hier gilt ein großer Dank den Schwerinern.“

Der Schweriner Nahverkehrsbetrieb unterhält übrigens vier Linien für Straßenbahnen und 15 Buslinien im Stadtgebiet. Eine Linie fährt sogar die ganze Nacht durch, während die anderen Bahnen auf dem Abstellgleis „schlafen“. Natürlich ebenfalls überwacht. „Auch hier möchten wir natürlich keine bösen Überraschungen an den Wagen erleben, beispielsweise durch Graffiti-Sprayer“, sagt Eisenberg, der kürzlich einen Fördermittelbescheid für die Generalinspektion seines Fuhrparks aus den Händen von Verkehrsminister Christian Pegel in Empfang nehmen konnte. Das sind dieses und nächstes Jahr immerhin 1,6 Millionen Euro.

„Unsere Straßenbahnzüge sind in die Jahre gekommen. Wir werden jedes Jahr fünf Stück schaffen.“ Pro Bahn werde das rund 600 000 Euro an Kosten verursachen, so die ersten Schätzungen. Die ersten drei Bahnen sollen bis auf die letzte Schraube zerlegt werden, informierte Eisenberg im März bereits in einem SVZ-Beitrag. Danach werde ein Sachverständiger darüber befinden, ob das auch mit allen anderen Bahnen geschehen müsse.

„Straßenbahnen haben eine durchschnittliche Nutzungsdauer von etwa 30 Jahren, bis sie ausrangiert werden. Unsere sind im Mittelwert bereits 20 Jahre alt.“

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