Laubeneinbrüche in Schwerin : Kameras schrecken ab

Nicolas Schlegel schützt seinen Kleingarten mit Videotechnik und Alarmanlage. Zettel und Aufkleber warnen die Einbrecher.
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Nicolas Schlegel schützt seinen Kleingarten mit Videotechnik und Alarmanlage. Zettel und Aufkleber warnen die Einbrecher.

Beim Kleingartenverein „Erholung“ schützt Videoüberwachung vor Langfingern

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15. Februar 2018, 08:00 Uhr

In Schweriner Kleingartenanlagen sind wieder Langfinger unterwegs. Sie nutzen die dunkle Jahreszeit für Beutezüge, schauen sich in den verlassenen Gartenhäusern nach Wertgegenständen um. Was rät die Polizei? Wie können sich Laubenbesitzer versichern? Was unternehmen Kleingärtner, um sich zu schützen? Wie geht der Verband mit dem Problem um? Diesen Fragen wollen wir in unserer aktuellen Wochenserie nachgehen. Heute: Kleingärtner berichten von ihren Schutzmaßnahmen.

Laubeneinbrüche sind für die Betroffenen ein Ärgernis. Versicherungen können zwar für Schäden aufkommen. Den Einbruch verhindern können sie aber nicht. Die Kleingärtner müssen eigenverantwortlich handeln.

Zum Schutz des eigenen Gartens erlaubt die Rahmengartenordnung des Landesverbandes der Gartenfreunde Mecklenburg und Vorpommern Hecken und Zäune. Mit einer maximalen Höhe von eineinhalb Metern seien diese aber nicht mehr als ein guter Sichtschutz, meint Nicolas Schlegel. Der Vorsitzende der Kleingarten-Anlage „Erholung“ musste einen Teil seiner Mitglieder auch schon auffordern, Stacheldraht zu entfernen. Der Draht an der Spitze der Zäune oder Hecken sei zwar effektiv, aber verboten. Die richtige Wahl der Heckenbepflanzung könne den Stacheldraht leicht ersetzen. „Die Heckenrose blüht nicht nur schön, sie hat auch spitze Dornen“, sagt Schlegel.

Der Kleingärtner hat selbst Erfahrungen mit Einbrechern gemacht. Einmal stiegen Diebe bei ihm ein. Ihre Beute: ein Pflaster und ein Feuerzeug. Wertvolle Gegenstände, rät Schlegel, sollten erst gar nicht nicht in Lauben aufbewahrt werden. Das verhindere zwar nicht den Einbruch, der persönliche Schaden halte sich jedoch in Grenzen. Scheiben könnten ausgetauscht, Türen repariert werden. Aber auch ohne Verlust persönlicher Gegenstände seien die Kosten hoch.

Gesichert werden sollten die Lauben wie das Eigenheim. Feste Tore und Türen mit eingebauten Schließanlagen. Vorhänge- oder Fahrradschlösser würden nichts bringen. „Die können in wenigen Sekunden aufgebrochen werden“, sagt Schlegel. Zu offensichtliche Sicherungsmaßnahmen seien zudem kontraproduktiv. Eisengitter vor den Fenstern wirkten auf den ersten Blick zwar wie ein guter Schutz. Tatsächlich weckten sie aber die Aufmerksamkeit potenzieller Langfinger.

Eine weitere Möglichkeit seien Kontrollgänge. „Von unseren Mitgliedern sind jeden Tag mindestens 20 in der Anlage unterwegs. Manche sogar nachts“, weiß Schlegel. Am effektivsten seien jedoch Alarmanlagen und Kameras. Seit drei Jahren haben die Kleingärtner in der Weststadt die Möglichkeit, Videoüberwachung einzusetzen. Insgesamt zehn Antennen gehören zum W-Lan-Netz. Die Bilder werden auf einem Server gespeichert, können live oder auch später eingesehen werden. Der Einsatz der Technik hat sich bewährt. „Die Anzahl der Einbrüche ist seitdem in unserer Anlage stark zurückgegangen“, freut sich Schlegel.

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