Innere Sicherheit : Kameras für Überwachung von Schweriner Marienplatz installiert

Polizeipräsenz allein reicht nicht – nun sollen acht Kameras das Geschehen auf dem Marienplatz überwachen.
Polizeipräsenz allein reicht nicht – nun sollen acht Kameras das Geschehen auf dem Marienplatz überwachen.

Das Shopping-Herz der Landeshauptstadt ist zugleich ein Kriminalitäts-Hotspot: Als erster öffentlicher Platz in MV bekommt der Schweriner Marienplatz deshalb eine Kamera-Überwachung. Die ersten Geräte sind installiert.

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20. Februar 2018, 11:37 Uhr

Die erste Video-Dauerüberwachung eines öffentlichen Platzes in Mecklenburg-Vorpommern rückt näher. Auf dem Schweriner Marienplatz begann am Dienstag eine beauftragte Firma mit der Installation der insgesamt acht Kameras. Sie sollen den innerstädtischen Nahverkehrsknotenpunkt mit seinen zahlreichen Geschäften künftig flächendeckend rund um die Uhr filmen. Die Bilder werden ins Polizeizentrum der Landeshauptstadt übertragen und dort ausgewertet, wie ein Sprecher sagte.

Nach der Installation beginne zunächst eine mehrwöchige Testphase, in der unter anderem geprüft werden soll, ob die Kameras den gesamten Platz erfassen. Mitarbeiter würden für die Auswertung der Bilder geschult. Die Aufnahmen, die in der Testphase entstehen, würden nicht verwertet. Der Start des Regelbetriebes soll öffentlichkeitswirksam bekanntgegeben werden. Der Leiter der Polizeiinspektion Schwerin, Lutz Müller, rechnet damit in einigen Wochen, wie er sagte.

Der Marienplatz ist nach Angaben des Innenministeriums der erste öffentliche Platz in Mecklenburg-Vorpommern, der zur Kriminalitätsvorbeugung rund um die Uhr mit Videokameras überwacht wird. „Bisher gibt es nur anlassbezogene, kurzzeitige Überwachungen bestimmter Orte, etwa bei Fußballspielen in Rostock“, sagte Ministeriumssprecher Michael Teich.

Vor einem Jahr hatte die Schweriner Stadtvertretung beschlossen, den innerstädtischen Platz mit Kameras überwachen zu lassen. Anlass waren gewalttätige Auseinandersetzungen, an denen häufig auch Flüchtlinge beteiligt waren. Wiederholt gerieten ganze Gruppen aneinander, was Passanten und Geschäftsinhaber verunsicherte. Daraufhin hatte die Polizei zunächst ihre Präsenz massiv verstärkt. Dies gilt aber auf Dauer als zu aufwendig.

Der Kamera-Einsatz ist zunächst als Modellprojekt auf sechs Monate beschränkt. Während dieser Zeit werde die Polizei den Effekt der Überwachung für die Sicherheitslage und das Sicherheitsgefühl der Menschen genau überprüfen, versicherte Müller. Die Überwachung eines öffentlichen Platzes tangiere schließlich das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Zur aktuellen Sicherheitslage auf dem Platz sagte Müller, die Gruppen-Auseinandersetzungen gebe es derzeit nicht mehr so. Allerdings liege die Zahl der Straftaten weiterhin über dem Niveau an anderen öffentlichen Plätzen. Sie reichten von Körperverletzungen bis zu Eigentumsdelikten.

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