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Schweriner Gastronomie-Geschichten : Kaffeehaus mit Wiener Charme

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Gastronomiegeschichten – heute: Das Café Prag in der Schlossstraße blickt auf eine lange Tradition zurück

svz.de von
erstellt am 22.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Die Landeshauptstadt kann auf eine bewegte Gastronomie- und Hotellerie-Geschichte zurückblicken. Egal ob in der Werdervorstadt, am Pfaffenteich oder im Fernsehturm: Viele Einheimische und Gäste wussten und wissen die Vorzüge der Schweriner Gaststätten und Hotels zu schätzen. SVZ stellt in dieser Woche einige Traditionshäuser vor. Heute erzählt Betreiberin Margrit Hildebrandt vom „Café Prag“.

„Vor einiger Zeit rief mich eine Mutter an, deren Sohn seinen Geburtstag bei uns feiern wollte. Er wurde acht“, erzählt Margrit Hildebrandt. Der kleine Gast sei schon als Baby zu Besuch im Café Prag gewesen, so Hildebrandt stolz. Er ist nur einer von vielen Stammgästen, die regelmäßig, manche sogar täglich, den Weg in das Kaffeehaus in der Schloßstraße finden. In gemütlicher Atmosphäre mit dem Charme eines Wiener Cafés können sich die Gäste Kaffee, Kuchen und Torten schmecken lassen – und das seit 1755.

„Seitdem gibt es hier an dieser Stelle ein Kaffeehaus“, berichtet Margrit Hildebrandt. „Von 1791 bis 1936 befand es sich in den Händen der Familie Krefft, seit 1908 in dem heutigen Haus.“ Die 62-Jährige, die die Gastronomie seit 1990 führt – erst mit ihrem Mann, seit 2008 mit ihrem Sohn – hat viel zu der Geschichte des Cafés und der Familie geforscht, Archive besucht und Kontakt zu Nachfahren hergestellt. Zwei dicke Ordner mit Informationen sind dabei herausgekommen, einige Bilder und Fotografien können im Café betrachtet werden – ebenso wie die Wandmalerei der Prager Karlsbrücke. „Vielleicht heißt das Café deswegen wie die tschechische Hauptstadt“, so die Inhaberin. „Und es gab hier mal tschechisches Bier.“

Auch Margrit Hildebrandt war zu DDR-Zeiten Gast in dem geschichtsträchtigen Haus. „Damals gab es noch Selbstbedienung.“ Heute gibt es auch warme Mahlzeiten, denn nach zwei Umbauten des denkmalgeschützten Gebäudes 1990 und 1994 hat sich aus dem reinen Kaffeehaus ein Café und Restaurant entwickelt – natürlich mit Bedienung am Tisch. In den Genuss kamen bereits auch einige Persönlichkeiten wie Armin Müller-Stahl, Angelika Milster, Wolfgang Stumph oder DJ Ötzi. „Ulrich Wickert hat hier auch schon gegessen“, erzählt die Chefin und erinnert sich genau: „Er saß an Tisch drei.“

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