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Uwe Steimle gibt dreitägiges Gastspiel im Speicher : Kabarettist wettert gegen Kulturabbau

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Der Kabarettist, Autor und Schauspieler Uwe Steimle bereitet seine Auftritte Nummer 57 bis 59 in Schwerin vor und freut sich darauf ganz besonders: "Denn ich bin gern in Schwerin und besonders im Speicher", so Steimle.

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erstellt am 14.Feb.2012 | 11:24 Uhr

Schelfstadt | Der Kabarettist, Autor und Schauspieler Uwe Steimle bereitet seine Auftritte Nummer 57 bis 59 in Schwerin vor und freut sich darauf ganz besonders: "Denn ich bin gern in Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt und insbesondere im Speicher. Dort fühle ich mich gut aufgehoben, sozusagen gespeichert. Die Atmosphäre ist einzigartig, ich mag den kleinen Raum und die Nähe zum Publikum und nicht zuletzt die freundliche Betreuung durch das Speicher-Team von Dieter Manthey", sagt Steimle.

Für seine Vorstellungen am Donnerstag, Freitag und Sonnabend um jeweils 20 Uhr hat er ein neues Programm er arbeitet: "Authentisch - ein Stück weit". Was sich dahinter verbirgt, erläutert er gern näher, denn authentisch ist Steimle immer, und aktuell. "Dass ich über die Dinge rede, die die Menschen beschäftigen, ist für mich selbstverständlich. Wenn Christian Wulff dann noch Bundespräsident ist, werde ich meine Sicht auf dieses Amt und die Amtsperson darlegen oder auf Griechenland und die EU und die Finanzkrise", sagt der Kabarettist. Und da er Schwerin ziemlich gut kennt, schließlich ermittelte er hier als TV-Kommissar Jens Hinrichs im Polizeiruf 110 mehr als zehn Jahre lang gemeinsam mit Schauspielern wie Kurt Böwe, Henry Hübchen oder Felix Eitner, wird er auch städtische Themen zur Sprache bringen wie die Theaterkrise und den Rettungsschirm. Denn Steimle ist bekannt dafür, dass er die Stimme erhebt, wann immer es um Kulturabbau geht. Und dann wettert er richtig los. Als beispielsweise vor Jahren der Speicher auf der Streichliste der Stadt stand, hatte sich der prominente Sachse gemeinsam mit anderen renommierten Künstlern für den Erhalt des städtischen Klubs öffentlich stark gemacht.

"Ich werde diesmal aber auch Geschichten aus meiner Kindheit ins Programm nehmen. Das ist das erste Mal, dass ich so etwas probiere", verrät der Dresdner, der es vor allem mit seinem Ostalgie-Duo Frau Bähnert und Herr Zieschong im Fernsehen, Hörfunk, auf dem Büchermarkt und auf Kabarettbühnen zu großer Popularität brachte - in Ost wie West übrigens. Kein Wunder also, dass er gern gesehener Gast bei Satiresendungen ist. Gerade erst am Sonnabend lieferte der flachsblonde Sachse, der als Parade satiriker angekündigt wurde, in der Kabarettsendung "Mitternachtsspitzen" einen kleinen Einblick in sein aktuelles Programm: Eine fein beobachtete, brandaktuelle Bestandaufnahme von 20 Jahren komischer Einheit. Steimle legt sich an und eckt an, ist unbequem und bleibt authentisch. Nicht Brettl, sondern echte Bretter werden bei ihm gebohrt.

Und Steimle ist immer für Überraschungen gut. Ein Beispiel: Als der Kabarettist nach seinem Auftritt im Hessischen Staatstheater Wiesbaden vor 1200 Zuschauern um eine Zugabe gebeten wurde, rezitierte er ganz einfach Joseph von Eichendorffs romantisches Gedicht "Mondnacht". "Plötzlich war es mucksmäuschenstill in dem riesigen Saal, der tobt, wenn dort Deutschland den Superstar sucht. Können Sie sich das vorstellen? Es gibt also noch die Sehnsucht nach Tiefe, nach Schönheit. Das macht mir Hoffnung, dass wir im einstigen Land der Dichter und Denker doch nicht ganz verblöden werden", resümiert der bissige Satiriker.

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