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Schweriner Justizzentrum : Justitia bekommt neues Gesicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Architekten präsentieren Pläne für Umbau und Erweiterung des Gerichtsgebäudes am Demmlerplatz und des Dokumentationszentrums

von
erstellt am 13.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Das Gerichtsgebäude am Demmlerplatz wird ausgebaut. Dort soll künftig das Justizzentrum Schwerin beheimatet sein, in dem alle Gerichte konzentriert werden. Zu Amts- und Landgericht kommen noch alle Fachgerichte wie Verwaltungs-, Sozial- und Arbeitsgericht und das Grundbuchamt hinzu. „Ich hoffe, dass die Umbauarbeiten am Demmlerplatz bald starten können. Denn es wird höchste Zeit, dass die provisorische Unterbringung des Amtsgerichts in Bürocontainern beendet wird“, erklärte Justizministerin Uta-Maria Kuder. Die Umbaupläne wurden nun im Neustädtischen Palais öffentlich vorgestellt.

Für den Architektenwettbewerb hatten rund 50 Büros Interesse angemeldet, am Wettbewerb selbst nahmen schließlich 18 Büros aus Deutschland, Frankreich und Österreich teil. Alle eingereichten Arbeiten sind im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais ausgestellt und können nach Anmeldung beim Pförtner täglich noch bis Sonnabend besichtigt werden.

„Die besondere Herausforderung des Wettbewerbs machten gleich mehrere Faktoren aus“, erläutert Christian Hoffmann vom Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes: Gesucht war eine architektonische Lösung, die sich an den denkmalgeschützten Altbau anfügt und ihn nicht dominiert, in Etappen bei laufendem Betrieb zu realisieren ist und das neue Justizzentrum vom Obotritenring her optisch aufwerten soll. Besonderes Augenmerk sollte dabei dem Dokumentationszentrum in dem Gebäudekomplex gelten.

Gewonnen hat der Entwurf des Dresdner Büros Pussert Kosch Architekten mit dem Schweriner Planungsbüro Peter Kingerske und Partner. „Er fügt sich gestalterisch und denkmalpflegerisch am Demmlerplatz gut ein, ist funktional und wirtschaftlich“, fasst Kuder die Begründung der Jury zusammen.

Die Pläne sehen vor, zunächst den alten Amtsgerichtsflügel rechts hinter dem Haupthaus abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, dessen Fassade sich am Altbau orientiert: Unten massive Quader, darüber zwei Etagen, die optisch wie eine hohe wirken, obendrauf dann das Dachgeschoss. Die Firsthöhe bleibt unterhalb der des Haupthauses. In der zweiten Etappe werden die alten Bürocontainer am linken Flügel abgerissen. Dort schließt sich dann symmetrisch der linke Flügel des neuen Gebäudes an. Der Haupteingang zum Dokumentationszentrum wird aufgewertet, davor entsteht ein kleiner Platz mit Bäumen, der nicht bebaut wird, um zugleich die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Insgesamt sollen rund 4000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen.

Die Kosten für das Gesamtprojekt werden mit mehr als 23 Millionen Euro veranschlagt. Das Geld sei aber noch nicht im Haushalt des Landes eingestellt, betont Hoffmann. Denn zunächst musste eine Entscheidung für einen Projektentwurf gefällt werden, bevor man in die konkrete Planungsphase gehen kann. Damit ist auch schon klar, dass bis zur Realisierung des Projekts noch Jahre ins Land gehen werden. Die Bauleistungen müssen europaweit ausgeschrieben werden. Start für das Bauvorhaben kann frühestens 2018 sein.

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