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Swante Korf (18) betreute bewusstlose Frau in Godern : Junger Rettungsschwimmer meistert Ernstfall

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Eine Woche seiner Sommerferien verbrachte Swante Korf am Goderner Strand: Er ist Rettungsschwimmer und war zum erstem Mal für die Betreuung der Badestelle am Pinnower See verantwortlich.

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 07:39 Uhr

Godern | Eine Woche seiner Sommerferien verbrachte Swante Korf am Goderner Strand - aber nicht um Sonne und Wasser zu genießen: Der 18-jährige Schweriner ist Rettungsschwimmer und war zum erstem Mal als erster Wachgänger für die Betreuung der beliebten Badestelle am Pinnower See verantwortlich. "An den meisten Tagen gab es nicht viel zu tun", erzählt der 1,93 Meter große Mann. Mal war eine Schnittwunde zu versorgen. Mal musste ein Kind mit Schwimmflügeln aufgefordert werden, beim Baden den Nichtschwimmer-Bereich nicht zu verlassen.

Doch plötzlich war es ganz anders: An einem Nachmittag kamen Kinder zum Beobachtungsposten des Rettungsschwimmers neben der ASB-Flagge und erzählten, dass am hinteren Abschnitt des Strandes eine Frau am Boden läge. Dass daraus ein Ernst-, ja sogar ein Notfall werden würde, konnte Swante Korf zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen. Doch der Zwölftklässler ruft sofort ab, was er in der Rettungsschwimmer-Ausbildung gelernt hat: Eine Überprüfung der Vitalfunktionen ist nötig. "Die Frau war nicht ansprechbar. Speichel floss aus dem Mundwinkel. Farbe von Gesicht und Lippen wiesen auf Sauerstoffmangel hin. Atemprobleme waren sichtbar." Als dann der Ehemann noch berichtet, dass eine Biene oder Wespe seiner Frau kurz zuvor in den Bauch gestochen hat, wagt der junge Rettungsschwimmer eine Diagnose: Immunreaktion auf den Insektenstich, ein so genannter anaphylaktischer Schock. Die Frau wird in die stabile Seitenlage gebracht, Swante Korf überwacht Puls und Atmung. Den Rettungsdienst muss er nicht mehr rufen, das haben andere Badegäste bereits getan. Zusätzlich wird ein Notarzt angefordert. Swante Korf bleibt bei der bewusstlosen Frau. Badegäste helfen bei der Erstversorgung, darunter auch ein Krankenpfleger.

Doch auch die Badestelle darf der Rettungsschwimmer nicht vergessen. Als zweite Wachgängerin hat Eva Schröder Dienst. Sie muss übernehmen und zugleich darauf achten, Notarzt und Rettungswagen sofort einzuweisen.

Swante Korf überprüft währenddessen Puls und Atmung der bewusstlosen Frau. "Plötzlich war der Puls fast weg", erzählt der Rettungsschwimmer. Die Ersthelfer entschließen sich, die Frau umzulagern - in Schocklage. Danach stabilisiert sich der Kreislauf wieder. Wenig später trifft die Notärztin ein. Doch von Entspannung kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil. Die Lage spitzt sich dramatisch zu. Der Kreislauf der Frau bricht komplett zusammen. Notärztin und Rettungssanitäter beginnen mit der Wiederbelebung. Swante Korf steht dabei nicht abseits. Die Profis beziehen den Rettungsschwimmer mit ein. Schließlich kann die Frau ins Klinikum Schwerin gebracht werden. Die ganze Rettungsaktion hat um die 90 Minuten gedauert. "Dass so viel Zeit verging, hatte ich gar nicht bemerkt", erzählt Swante Korf. "Ich war voll auf die Hilfeleistungen fokussiert." Er nimmt aber wahr, dass sich der Ehemann bei ihm für den Einsatz bedankt.

In Nachhinein stellt sich der 18-Jährige natürlich schon die Frage: Habe ich alles richtig gemacht? "Eindeutig ja", sagt Mike Stiehler, der Kreisleiter der Wasserwacht beim Arbeiter-Samariter-Bund. "Es war lehrbuchmäßig, wie Swante gehandelt hat." Für Stiehler zeigt dieser Ernstfall auch, wie wichtig es ist, dass Rettungsschwimmer an den Badestränden präsent sind. "Und die Ausbildung, die Swante bei uns erhalten hat, bereitet die freiwilligen Helfer darauf sehr gut vor", unterstreicht Stiehler.

Swante Korf selbst hätte zudem gern gewusst, wie es der Frau inzwischen geht. Doch das Klinikum Schwerin gibt aus Gründen des Patientenschutzes darüber keine Auskunft - auch nicht gegenüber unserer Redaktion. Dennoch hat dieser Einsatz ihn bestärkt, sich weiter als Rettungsschwimmer und in der Schweriner Feuerwehr Schlossgarten zu engagieren. Vielleicht wird daraus sogar einmal sein Beruf. Da will sich der 18-jährige Schüler vom Schweriner Pädagogium noch nicht festlegen.

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