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Landtagswahl 2016 : Junge Wilde zieht es in den Landtag

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Parteien setzen verstärkt auf junge Kandidaten und versprechen sich davon mehr Attraktivität

von
erstellt am 27.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Ein neuer Trend zeichnet sich für die Landtagswahl am 4. September 2016 in Mecklenburg-Vorpommern ab: Die Parteien schicken deutlich mehr jüngere Kandidaten ins Rennen als bei vorangegangenen Wahlen. Von den 36 Direktkandidaten der CDU sind neun jünger als 40 Jahre. Zum Vergleich: In der aktuellen CDU-Landtagsfraktion sind unter den 18 Mandatsträgern lediglich zwei Abgeordnete unter 40 – Vincent Kokert und Marc Reinhardt.

Jüngster Kandidat der Union für 2016 ist mit 28 Jahren Franz-Robert Liskow im Wahlkreis Demmin I. „Ich freue mich auf den Wahlkampf und werde sogar nach Demmin umziehen“, sagte der Greifswalder, der Landesvorsitzender der Jungen Union ist. Sein Vater, Egbert Liskow, ist bereits Landtagsabgeordneter und Direktkandidat im Wahlkreis Greifswald. Sollten beide 2016 ins Parlament einziehen, würden zum ersten Mal zwei Generationen einer Familie als Abgeordnete im Schweriner Landtag sitzen.

In Stralsund zeigte kürzlich die 36-jährige Ann Christin von Allwörden, dass die jungen Wilden auch Durchsetzungsvermögen haben. In einer Kampfabstimmung in ihrem CDU-Kreisverband Vorpommern-Rügen gewann die Polizistin die Direktkandidatur für den Wahlkreis Stralsund II gegen den aktuellen Landtagsabgeordneten Detlef Lindner.

Die SPD nominierte sogar zehn Direktkandidaten, die jünger als 40 Jahre sind. Eine von ihnen ist Cathleen Kiefer-Demuth, promovierte Politikwissenschaftlerin, 36 Jahre alt und in Lübtheen aufgewachsen. Sie tritt im Wahlkreis Demmin I gegen Franz-Robert Liskow an. Dieser Wahlkreis wurde noch nie von der SPD gewonnen. „Ich bin optimistisch und werde mein Bestes geben“, sagte die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Schafft sie es in den Landtag, wird Gleichstellungspolitik voraussichtlich ihr Schwerpunkt sein.

Die Linke hat ihre direkten Bewerber für die Wahlkreise noch nicht gewählt und auch die Landesliste für die Zweitstimmen steht noch nicht. „Aber auch bei uns werden junge Kandidaten eine große Rolle spielen“, so Kay Kröger, Landesgeschäftsführer. Eine der jungen Wilden bei den Linken ist Ehefrau Eva-Maria Kröger. Die 33-jährige Politologin hat sich als Fraktionsvorsitzende in der Rostocker Bürgerschaft einen Namen gemacht und steht jetzt vor dem Sprung in den Landtag.

Bei den Grünen sind von den zehn Listenkandidaten drei jünger als 40. Silke Gajek wird zudem mit 53 Jahren die jüngste Spitzenkandidatin sein. Erwin Sellering (66; SPD), Lorenz Caffier (60; CDU) und Helmut Holter 62;Linke) sind deutlich älter.

Junge engagierte Kandidaten sind wichtig im Wahlkampf, weiß Kay Kröger. Sie bringen nicht nur frischen Wind und eine andere Sichtweise in die traditionell von älteren Mitgliedern dominierten Parteistrukturen. Kröger: „Sie machen Parteien für bestimmte Wählerschichten attraktiver. Junge Wähler fühlen sich von jungen Kandidaten angesprochen“, erklärte Kröger.

„Klebe erst einmal mal zehn Jahre Plakate, dann kannst du bei uns auch etwas werden.“ Dieser alte Satz in den Parteien hat inzwischen seine Gültigkeit verloren.

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