Schweriner Schüler : Junge Ungarin liebt Schwerin

Nicht nur die 14-Jährige fühlt sich in der Landeshauptstadt pudelwohl, sondern auch ihre Eltern. Beide arbeiten in Pflegeberufen in Leezen: ihre Mutter als Krankenschwester, ihr Vater als Pfleger. Derzeit ist die Familie auf der Suche nach einer neuen Wohnung in der Innenstadt.
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Nicht nur die 14-Jährige fühlt sich in der Landeshauptstadt pudelwohl, sondern auch ihre Eltern. Beide arbeiten in Pflegeberufen in Leezen: ihre Mutter als Krankenschwester, ihr Vater als Pfleger. Derzeit ist die Familie auf der Suche nach einer neuen Wohnung in der Innenstadt.

Janka Oltai lebt seit zwei Jahren hier – sie schreibt deutsche Geschichten

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25. Juli 2017, 08:00 Uhr

Sie lächelt, spricht ruhig und bedacht, etwas gebrochenes, aber doch sehr gutes Deutsch. Sie weiß was sie will, „eine gute Schulbildung“. Seit 2015 ist die 14-jährige Janka Oltai nun in Schwerin. „Ich bin mit meinen Eltern und meiner kleinen Schwester aus Ungarn hergekommen“, berichtet sie. Zur Zeit besucht der Teenie die achte Klasse der Niels-Stensen-Schule. Sie liebt es, kurze ironische Geschichten und Märchen zu schreiben. Und eine hat sie an unsere Zeitung geschickt: „Meine Lehrerin hat das vorgeschlagen“, erzählt Janka stolz. Denn ihr Deutsch sei wirklich gut und da die Klasse beim Zeitungsprojekt „Zisch“ (Zeitung in der Schule) mitgemacht hat, nutzte die 14-Jährige die Chance. Die Aufgabe bestand darin, die Geschichte „Riesenspaß im Supermarkt“ weiterzuerzählen. In dem Artikel, der bereits im Jahr 2002 in den Nürnberger Nachrichten in der Rubrik „Jugend extra“ erschienen ist, geht es um Paul und Paula. Das Pärchen kauft ein. Paul verliert die Geduld, alles dauert ihm einfach viel zu lange. Und seine Paula? Die würde eigentlich auch gerne alleine in den Supermarkt gehen, weil sie mit dem Obstverkäufer flirten will. „Mir hat es großen Spaß gemacht, diese Geschichte weiterzuspinnen“, sagt Janka schmunzelnd.

Die 14-Jährige gehe gerne in Schwerin zur Schule. Sie hätte schnell Anschluss gefunden, viele Freunde und tolle Lehrer. In Ungarn sei die Schule zwar nicht schlecht gewesen, „aber hier ist das Bildungssystem doch wesentlich besser.“ So konnte Janka beispielsweise nur zwischen Deutsch und Englisch als Fremdsprache wählen, „hier haben wir neben Englisch, auch Latein – und ab dem nächsten Schuljahr sogar Spanisch“, erzählt sie begeistert. In ihrer alten Heimat gab es das nicht. Wer neben einer Fremdsprache noch weitere lernen wolle, müsse sich einen Privatlehrer suchen oder einen Schüleraustausch mitmachen. „Kaum jemand kann sich das leisten“, betont die 14-Jährige. „Mein Lieblingsfach ist trotzdem Mathe“, erzählt Janka, die nach dem Abitur einen Beruf erlernen möchte, in dem Zahlen eine Rolle spielen – „oder etwas mit Menschen, wie zum Beispiel Logopädin.“

Für die Glosse bekam Janka übrigens eine Eins. „Ich weiß noch nicht, was ich als nächstes schreibe – aber ich freue mich drauf“, sagt sie lächelnd.

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