Reinhold Messner in Schwerin : Junge Leute sollen Welt entdecken

Reinhold Messner berichtet am 5. April im Capitol aus seinem Leben.
Reinhold Messner berichtet am 5. April im Capitol aus seinem Leben.

Der berühmte Bergsteiger Reinhold Messner kommt im April nach Schwerin: SVZ erzählt er schon jetzt, worum es in seinem Vortrag geht

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13. Januar 2016, 12:00 Uhr

Viel hat er bereits erlebt, gesehen, mitgemacht. Er hat gemeinsam mit Peter Habeler 1978 als Erster den Gipfel des Mount Everest ohne Flaschensauerstoff erreicht. Stand als erster Mensch auf den Gipfeln aller vierzehn Achttausender. Reinhold Messner ist einer der bekanntesten Bergsteiger der Welt. Der Abenteurer hat elf Bücher in den vergangenen fünf Jahren geschrieben. Zu seinem 70. Geburtstag erschien im Doppelpack sein neues Buch „ÜberLeben“ – sowie der dazugehörige Live-Vortrag. Am 5. April kommt er nach Schwerin in den Filmpalast Capitol. SVZ-Redakteurin Annegret Behncke sprach schon jetzt mit ihm über sein Buch, seinen Vortrag, über junge Leute, ein Stadtleben und neue Vorhaben.

Herr Messner, worum geht es in Ihrem neuen Buch?

Es besteht aus drei Hauptkapiteln. Ich berichte von meinen Erfahrungen. Ich möchte das, was ich erlebt habe, mit anderen Menschen teilen. Nicht viele Menschen hatten die Chance, das zu erleben, was ich in meinem Leben sehen und erfahren durfte.

In Ihrem Vortrag erzählen Sie ja auch aus Ihrem Buch, aber 70 Kapitel in 90 Minuten zu fassen ist kaum möglich. Was fokussieren Sie?

Natürlich kann ich nicht alles erzählen. Im Buch steht zehnmal so viel, wie ich in dieser kurzen Zeit unterbekomme. Ich picke einige besondere Erlebnisse heraus. Ich bin einer der wenigen aus meiner Generation, die überlebt haben und erzähle diese Geschichten so, dass sie jeder verstehen kann, ohne selbst Bergsteiger zu sein.

Sie haben viele Abenteuer bestritten, brauchten dabei Kraft und Durchhaltevermögen. Denken Sie, dass diese Eigenschaften vielen jungen Leuten fehlt?

Ich habe das ja alles freiwillig gemacht. Ich war schon früh von der Bergsteigerei begeistert. Bin ich oben angekommen, habe ich mir neue Ziele gesucht. Ich denke, junge Leuten sollten den Mut haben hinauszugehen. Sie sollten die Welt selbst entdecken.

Welches ist Ihr nächstes Ziel?

Ich liebe die Natur. Als nächstes werde ich Westafrika, im Mai dann Nepal bereisen. Dort werde ich mich um neue Filmprojekte kümmern. Es wird eine ganz neue Sicht auf die Berge geben.

Sie sind ja sehr naturverbunden. Ein Stadtleben wäre nichts für Sie?

Nein. Ein Leben in einer Großstadt wie in manchen chinesischen Städten mit 30 Millionen Einwohnern wäre gar nichts für mich. Ganz abgeneigt bin ich aber auch nicht – eine Kleinstadt wäre okay.

Was wollen Sie sich in Schwerin anschauen?

Wenn ich Zeit habe, mache ich einen Stadtspaziergang. Aber ich weiß nicht, ob ich es schaffe. Bis ich das Hotelzimmer bezogen habe, mich auf den Vortrag im Capitol vorbereitet habe, ist wenig Zeit. Aber ich freue mich schon sehr auf die mecklenburgische Landeshauptstadt.

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