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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 06:07 Uhr

Berufsfindung : Junge Leute erzählen vom Neustart

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Brücken für Vielfalt und Beschäftigung: Schweriner Projekt „Insel der Chancen“ interessiert Experten aus Deutschland und dem Ausland

von
erstellt am 24.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Die Herausforderung ist überall gleich: Wie kann Chancengleichheit für sozial benachteiligte Jugendliche bei Ausbildung und Beruf erreicht werden? Das erklärt die gewaltige Aufmerksamkeit, die die 7. Internationale Fachtagung „Jugend und Vielfalt – Die Zukunft der Arbeit in Europa“ im Schweriner Speicherhotel genießt. Experten aus Spanien, Griechenland, Dänemark, Island und mehreren Bundesländern diskutieren mit Projektmanagern aus der Landeshauptstadt.

„Das Schweriner Verbundprojekt hat internationale Aufmerksamkeit erzeugt und Modellcharakter. Hier werden neue Wege gesucht und gegangen, um benachteiligten Jugendlichen eine Chance zu geben für eine berufliche Perspektive“, sagte Nikolaus Voss, Staatssekretär im Arbeitsministerium. Um die Diskussion möglichst konkret zu machen, hatte Tagungsorganisator Jürgen Brandt, Geschäftsführer der Regiovision GmbH, betroffene Jugendliche und Macher des Projekts „Insel der Chancen“ vom Verbund für Soziale Projekte (VSP) eingeladen. In einer Podiumsdiskussion berichteten sie von ihren Erfahrungen. Bea Lemberg, die jetzt die Gastronomie auf Kaninchenwerder leitet, erzählte von ihrem Entwicklungsprozess, wie sie gestartet war und zunächst Zuverlässigkeit und Gastfreundlichkeit lernen musste, dann Stressbewältigung und Organisation. Andere Jugendliche wie Patrick Gressmann und Christian Muchow erzählten, wie sie zunächst verschiedenen Gewerke ausprobieren konnten und nun wissen, was sie wollen: eine richtige Ausbildung machen. Unternehmer Randy Sämrow, ein Förderer der „Insel der Chancen“, berichtete von erfolgreichen Eingliederungsbeispielen. „Gerade im Baubereich hat sich die Ausbildungssituation grundlegend geändert. Hatten wir vor 20 Jahren Lehrlinge mit guten Realschulabschlüssen, so müssen wir jetzt zufrieden sein, Bewerber mit Hauptschulabschluss zu bekommen. Deshalb ist es auch für uns Arbeitgeber von großem Interesse, dass benachteiligte Jugendliche noch eine Chance bekommen.“ Doch der Erfolg müsse organisiert werden und dafür müsse man sich auch Zeit nehmen, so seine Erfahrung.

Nach den Schweriner Beispielen wurde international diskutiert. Prof. Ulrich Brückner von der Stanford University referierte über Entwicklungen und Herausforderungen auf dem europäischen Arbeitsmarkt, Alexandra Ioannidou aus Athen über Probleme der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa und Dr. Sascha Göttling über europaweite Strategien zu deren Bekämpfung.

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