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Freie Lehrstellen in und um Schwerin : Junge Köche sind heiß begehrt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zwischenbilanz auf dem Ausbildungsmarkt: 2065 Lehrstellen in Westmecklenburg noch nicht besetzt – Arbeitsagentur bietet Hilfe an

von
erstellt am 12.Apr.2016 | 16:00 Uhr

„Ja, diese Kürbissuppe hat die richtige Konsistenz.“ Mit Kennerblick prüft Jonas Harder, was sich im großen Topf auf dem Herd verbirgt. Der 17-jährige Schweriner macht im Best Western Seehotel Frankenhorst eine Ausbildung zum Koch. „Koch ist einfach mein Traumberuf“, sagt Harder. In der Küche könne er seiner Kreativität freien Lauf lassen. Hotel-Direktorin Petra Schmidt freut sich. Es sei gar nicht so einfach, einen guten Koch-Lehrling zu finden, berichtet sie.

Tatsächlich sind Fachkräfte am Herd gesucht. In einer Statistik, die der Leiter der Schweriner Arbeitsagentur, Guntram Sydow, jetzt vorgelegt hat, stehen Köche an der Spitze der Top-Fünf der unbesetzten Ausbildungsplätze in Westmecklenburg, gefolgt von Einzelhandelskaufleuten, Restaurantfachleuten, Verkäufern und Hotelfachleuten.

Doch auch in anderen Branchen fehlt der Nachwuchs. 2065 unbesetzte Lehrstellen gibt es derzeit in der Region insgesamt. Umgekehrt sind noch 1525 junge Leute auf der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz. Auf jeden unversorgten Bewerber kommen also rein rechnerisch rund 1,4 Stellen. „Die Chancen für Schulabgänger, in Westmecklenburg ein passendes Angebot zu finden, sind ausgezeichnet“, sagt Sydow.

Seit Oktober wurden der Arbeitsagentur mehr als 3202 betriebliche Ausbildungsstellen in der Region gemeldet – 440 bzw. 15,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Diese Zahlen belegen, dass die Betriebe im Westen Mecklenburgs noch stärker in ihre Nachwuchssicherung investieren wollen“, erklärt Sydow. Der Chef der Arbeitsagentur rät den Unternehmen, die Jugendlichen rechtzeitig an den Ausbildungsbetrieb zu binden: „Die Teenager haben heute die große Auswahl an Lehrstellen. Da heißt es, mit guten Ausbildungsangeboten punkten.“ Gerade die starken Bewerber schauten sehr genau auf Rahmenbedingungen wie Ausbildungsvergütung, Arbeitszeiten oder auch Übernahmemöglichkeiten. Sydow ermuntert aber auch die Betriebe, Bewerbern einen Chance zu geben, die dem gewünschten Anforderungsprofil auf den ersten Blick nicht entsprechen würden.

Der Appell des Agentur-Leiters an noch unentschlossene Schulabgänger: Sie sollten sich trotz der günstigen Bedingungen auf dem Ausbildungsmarkt sputen. „Es wird höchste Zeit, sich um die Zukunft zu kümmern. Ich empfehle allen, die auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, rechtzeitig mit unserer Berufsberatung ins Gespräch zu kommen“, so Sydow.

Händeringend gesucht werden Azubis auch in Pflegeberufen. Im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur am Margaretenhof findet deshalb am kommenden Donnerstag, 14. April, von 16 bis 18 Uhr eine Veranstaltung statt, in der Berufsfachschulen die Ausbildungsmöglichkeiten im medizinischen und sozialen Bereich vorstellen.

Jonas Harder hat seine Zukunftsentscheidung getroffen. „Ich möchte in der Gastronomie arbeiten“, sagt der 17-jährige Koch-Azubi, der gern auch Erfahrungen im Ausland sammeln würde.


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