Integration : Junge Griechin lernt in Schwerin

An ihrem Arbeitsplatz im Büro: Katia Kyriati. Betriebsleiter Carsten Malschofsky ist sehr zufrieden mit der neuen Auszubildenden und würde gern mehr Zuwanderern eine Job-Chance geben.
An ihrem Arbeitsplatz im Büro: Katia Kyriati. Betriebsleiter Carsten Malschofsky ist sehr zufrieden mit der neuen Auszubildenden und würde gern mehr Zuwanderern eine Job-Chance geben.

Katia Kyriati aus Thessaloniki macht bei Schoeller Allibert in Sacktannen eine Ausbildung zur Bürokauffrau

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20. August 2015, 16:00 Uhr

Ja, die griechische Sonne, die fehle ihr schon ein wenig, sagt Katia Kyriati. Aber ansonsten fühle sie sich sehr wohl in Schwerin. Vor eineinhalb Jahren kam die 24-Jährige nach Deutschland, begleitete ihren Freund Teo Evangelidis, der als Handballer bei den Mecklenburger Stieren anheuerte. Im einem Kurs bei der DAA in Schwerin lernte Katia die deutsche Sprache. Nun sitzt sie an einem Schreibtisch bei der Firma Schoeller Allibert in Sacktannen und macht eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau.

„Wir suchen händeringend Fachkräfte“, sagt Betriebsleiter Carsten Malschofsky. Katia bekam deshalb ihre Chance in einem dreimonatigen Praktikum. „Die Zusammenarbeit hat sich gut entwickelt“, so Malschofsky. „Wir sind sehr zufrieden mit Katia.“ Und auch die junge Griechin ist glücklich: In der Einkaufsabteilung habe sie zum Beispiel schon gearbeitet, sich um Bestellungen gekümmert, Rechnungen geprüft und E-Mails bearbeitet. „Alle Kollegen sind sehr nett“, betont Katia.

In ihrer Heimatstadt Thessaloniki hat die 24-Jährige Marketing studiert, einen Bachelor-Abschluss gemacht und für das städtische Symphonie-Orchester die Werbetrommel gerührt. „In Griechenland ist es nicht leicht für junge Leute. Es gibt nicht genug Jobs. Aber wir sind optimistisch, dass es mit dem neuen Hilfsprogramm nun vorangeht“, sagt Katia.

Auch mit Schoeller Allibert, Hersteller von Kunststoff-Behältern, soll es weiter vorangehen. Gerade erst sei ein zweistelliger Millionen-Betrag in den Standort Sacktannen investiert worden, berichtet Betriebsleiter Malschofsky. Um künftig den Bedarf an Fachkräften insbesondere in der Produktion zu sichern, setzt er gezielt auch auf die Integration von Zuwanderern. „Ich könnte mir vorstellen, auf einen Schlag fünf Flüchtlinge einzustellen, um ein Zeichen zu setzen“, so der Betriebsleiter.

Katia könnte sich vorstellen, nach ihrer Ausbildung in Deutschland zu bleiben. „Schwerin liegt wie meine Heimatstadt am Wasser. Die Stadt ist nicht zu groß und nicht zu klein. Viele Freunde habe ich auch schon gefunden.“ Wenn nur die Sonne ein bisschen mehr scheinen würde.

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