Schwerin will im Personal-Sektor umdenken : Jungbrunnen für die Stadtverwaltung

<fettakgl>Der Stadthaus-Mitarbeiter ist im Schnitt 47,1 Jahre alt.</fettakgl> Bis 2014 verlassen mehr als 100 Beschäftigte  den aktiven Dienst und gehen zum Beispiel in Altersteilzeit. <foto>Klawitter</foto>
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Der Stadthaus-Mitarbeiter ist im Schnitt 47,1 Jahre alt. Bis 2014 verlassen mehr als 100 Beschäftigte den aktiven Dienst und gehen zum Beispiel in Altersteilzeit. Klawitter

Die Schweriner Verwaltung sucht nach einem Jungbrunnen, denn im Personal-Sektor besteht erheblicher Handlungsbedarf. Die Belegschaft hat ein sehr hohes Durchschnittsalter von 47,1 Jahren - Tendenz steigend.

svz.de von
04. Januar 2013, 10:56 Uhr

Schwerin | Die Schweriner Verwaltung sucht nach einem Jungbrunnen, denn im Personal-Sektor besteht erheblicher Handlungsbedarf. Die Belegschaft habe ein sehr hohes Durchschnittsalter von 47,1 Jahren - Tendenz steigend. Das teilt Verwaltungschefin Angelika Gramkow mit. Bis zum Jahr 2014 würden voraussichtlich mehr als 100 Menschen aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Die derzeitig Beschäftigten würden außerdem eine gezielte Fort- und Weiterbildung benötigen, heißt es in ihrem jährlichen Bericht zur Personalentwicklung. Von diesem Jahr an will sich die Verwaltung demnach nun auch einer gezielten Verjüngungskur unterziehen.

Ein Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf dem Ausbildungssektor. Im ersten Quartal 2013 tritt eine neue Ausbildungsrichtlinie in Kraft, die den Verwaltungsnachwuchs besser lenken und fördern soll. Eine Aus- und Fortbildungskonferenz soll "als beratendes und beschließendes Gremium" ihre Arbeit aufnehmen. Der Nachwuchs soll vor allem für Führungskräfte vorbereitet werden. Dazu beginnt eine Fortbildungsreihe im ersten Quartal unter externer Begleitung.

Um die Motivation der Beschäftigten zu erhöhen, will die Verwaltung die Arbeitszeiten noch flexibler gestalten, um unter anderem "die Vereinbarkeit von Familie und Beruf" zu verbessern. Einige Vorschläge wurden von den Verwaltungsangestellten sehr gut angenommen. Das mit dem Haustarifvertrag Ende 2012 ausgelaufene Teilzeitarbeitsmodell wollen mehr als 200 Beschäftigte weiter wahrnehmen. Das spart auch Kosten: nach Informationen unserer Zeitung rund 900 000 Euro pro Jahr. Allerdings steigen die Personalkosten in diesem Jahr voraussichtlich gleichzeitig um mehr als eine Million Euro, unter anderem aufgrund des auslaufenden Haustarifvertrages. Weiterhin sollen die Beschäftigten durch Gleitzeitarbeit mehr Freiraum erhalten. Das Modell soll gleichfalls im ersten Quartal in Kraft treten. Um die Mitarbeiter stressfester und belastbarer zu machen, soll deren Gesundheit durch spezielle Angebote gefördert werden. Dazu gehören Gesundheitstage unter der professionellen Begleitung von Krankenkassen, Arbeitsplatz-Massagen, Stress-Coaching und Schulungen zum Umgang mit schwierigen Bürgern. Letzteres könnte vor allem für die Mitarbeiter im Jobcenter hilfreich sein, denn vor allem dort klagen die Beschäftigten nach unseren Informationen häufig über Stresssituationen. Über eine Krankenstatistik sollen die Wirkungen der einzelnen Maßnahmen kontrolliert werden.

So soll ein umfangreiches Programm die Produktivität der Verwaltung erhöhen. Immerhin rechnet die Verwaltung 2013 mit Gesamtausgaben im Personal-Sektor in Höhe von 48,75 Millionen Euro - und damit über eine Million Euro mehr als 2012.

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