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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 21:52 Uhr

Denkmal : Jugendtempel: Dach kann kommen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwieriges Bauvorhaben im Schlossgarten – Architekten, Firmen und Finanzer müssen immer neue Herausforderungen meistern

von
erstellt am 01.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Die Rekonstruktion des Jugendtempels kommt voran. Mitarbeiter des Betonwerkes Schwerin und des BSL-Metallbau Schwerin haben mit Unterstützung der Firma Urban Krane den Architrav – den aus vier Betonsegmenten bestehenden Ringbalken – auf die Säulen gesetzt. Nun kann der Aufbau des Dachstuhls folgen.

Die Finanzierung des Gesamtprojekts ist indes noch nicht ganz gesichert. Bislang wurden etwa 135 000 Euro an Geld- und Sachspenden zusammengetragen. Diese Summe hat Finanzministerin Heike Polzin verdoppelt. „Nun fehlen uns noch rund 15 000 Euro“, sagt Dr. Irmela Grempler vom Schlossverein, der als Träger des Bauvorhabens fungiert.

Der Wiederaufbau des Jugendtempels hat sich als kompliziertes Vorhaben erwiesen. Die Kosten sind gegenüber ersten Planungen deutlich gestiegen und vielschichtige Probleme haben den Zeitplan durcheinander gewirbelt. So zum Beispiel die Anfertigung des Ringbalkens. Das Gießen der Betonsegmente funktionierte zunächst nicht, weil sich das Material nicht aus der Gussform lösen ließ. Doch die Fachleute fanden hierfür – ebenso wie bei allen anderen Problemen – eine Lösung.

Die Ursachen für die unerwarteten Hindernisse liegen in der Natur des Projekts, erklärt Dr. Grempler: Der Jugendtempel ist ein einzigartiges Bauwerk, für das es keine authentischen Konstruktionsunterlagen gibt, aber dessen Rekonstruktion nach strengen Auflagen des Denkmalschutzes erfolgen muss.

Diplom-Ingenieur Michael Mikolajczyk von der Arbeitsgemeinschaft Freier Architekten Mikolajczyk-Kessler-Kirsten, erläutert die Besonderheiten: „Grundsätzlich ist die Bauaufgabe sowohl in der Planung als auch in der Ausführung keine Routineaufgabe, sondern wird durch Standort, Bauform, Konstruktion, Gebäudetechnik und durch die Finanzierungsform zu einem anspruchsvollen und außergewöhnlichen Projekt“, betont Mikolajczyk.

Das bedeute im Detail: Form und Konstruktion des Gebäudes als Tempel und die Materialwahl weichen stark von Standardgebäuden ab und machen das Gebäude zu einem Unikat mit Alleinstellungsmerkmalen. Dazu gehören der kreisförmige Grundriss, der kreisförmige Stahlbeton-Architrav mit Profilierungen, die raumhohen gedrechselten Holzsäulen, die umlaufende kreisförmige Natursteinstufe und konzentrisch angelegte Natursteinpflasterung sowie das in Halbkugelform konzipierte Dach mit Schieferdeckung und vergoldeter Kugel. Die vorgesehenen Lösungen zur Beleuchtung und Anstrahlung des Tempels sind individuell angepasst.

„Aus diesen, hier nur grob umrissenen Faktoren ergibt sich, dass dieses Bauvorhaben nicht mit einem seriellen oder standardmäßigen Projekt direkt verglichen werden kann“, fasst Mikolajczyk zusammen. Das spiegele sich respektive auch in den Kosten wider, ergänzt Dr. Irmela Grempler.

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