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Dauer-baustelle in Schwerin : Jugendstil-Haus hat Rost angesetzt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sanierung des denkmalgeschützten Sparkassen-Gebäudes in der Wismarschen Straße dauert bis zum kommenden Frühjahr

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erstellt am 05.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Stahlträger zu verwenden – das war im Jahr 1905, als das heutige Sparkassen-Gebäude in der Wismarschen Straße entstand, eine ganz moderne Form zu bauen. „An den Korrosionsschutz hat man damals aber nicht gedacht“, sagt Matthias Schulz, Bau-Überwacher vom Schweriner Architekturbüro MKK. Und so kam es, wie es kommen musste: Das repräsentative Haus mit der Fassade an der Ecke Arsenalstraße rostet an manchen Stellen. Um kein Risiko für die Stabilität des denkmalgeschützten Gebäudes einzugehen, Passanten durch herabfallenden Putz oder Steine nicht zu gefährden, wird die Fassade seit gut einem Jahr aufwändig saniert. Bis Mitte 2018 sollen die Arbeiten noch dauern.

Es ist ein wahres Sisyphus-Werk: Stück für Stück arbeiten sich die Bauleute an der Jugendstil-Fassade voran, öffnen das Mauerwerk, entrosten, nehmen alte Träger heraus, betonieren neue ein. „Wir müssen kleinteilig vorgehen, können nicht an mehreren Stellen gleichzeitig arbeiten“, erklärt Ramona Voit, Projektleiterin von der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin.

Immer wieder werden Stützkonstruktionen angelegt, um zu verhindern, dass Teile des Hauses ins Rutschen kommen. Das Problem: Es gibt kaum historische Pläne oder Aufzeichnungen zum Bau, besonders auch zum Tragwerk. Die Handwerker erleben daher so manche Überraschung. Handlungsbedarf entsteht auch an Stellen, an denen er gar nicht erwartet wurde.

Bereits in den 90er-Jahren war das Gebäude mit erheblichem Aufwand saniert worden. Doch Risse zwischen den Sandsteinelementen am großen Erkergiebel machten schon im Sommer 2013 erste Sicherungsmaßnahmen erforderlich. Mittlerweile wurde der Giebel in der Wismarschen Straße vollständig instandgesetzt, auch das Dach des Gebäudes ist fast dicht.

Die Sparkassen-Mitarbeiter sind vorübergehend in ein Ausweichquartier in Görries umgezogen. Bei einem Baustellenfest dankte Vorstandsvorsitzender Kai Lorenzen den rund 40 Firmen, die am Bau beteiligt sind, den etwa 15 Planungs- und Gutachterbüros, der Stadt und dem Nahverkehr für die gute Zusammenarbeit – und den Anwohnern für ihr Verständnis. „Das Haus ist eigentlich gut in Schuss, hat aber eben das Rostproblem“, sagt Bau-Aufseher Schulz. Mit der jetzigen Sanierung solle dieses Problem gelöst werden, die Verkehrssicherheit auf Dauer hergestellt werden. Die Arbeiten am Gebäude würden jedoch unter anderem auch noch genutzt, um den Brandschutz zu verbessern.

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