Nach Missbrauch in Schwerin : Jugendamtsleiterin geht

Zieht sich zurück: Caren Gospodarek-Schwenk.

Zieht sich zurück: Caren Gospodarek-Schwenk.

Konsequenz aus Missbrauchsfällen: Fachdienst wird geteilt

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30. August 2016, 21:00 Uhr

Caren Gospodarek-Schwenk geht. Die bisherige Leiterin des Fachdienstes für Jugend, Schule und Sport werde ihre Tätigkeit in der Stadtverwaltung beenden, teilte die Stadt gestern mit. Der von ihr verantwortete Fachdienst soll künftig aufgeteilt werden – in die Bereiche Bildung und Sport sowie Jugend. Mit ihrer Entscheidung, das Amt aufzugeben und für Aufgaben in der Schweriner Verwaltung nicht mehr zur Verfügung zu stehen, zog Gospodarek-Schwenk die Konsequenzen aus dem Fall Peter B. Der Fachdienstleiterin war vorgeworfen worden, Hinweisen auf Missbrauchsfälle beim Verein „Power for Kids“ nicht konsequent nachgegangen zu sein, so dass weitere Vergehen an Kindern möglich geworden seien.

Der im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen eingesetzte zeitweilige Sonderausschuss der Stadtvertretung hatte nicht nur Kritik an der zuständigen Führungsriege der Verwaltung geübt, sondern auch die Teilung des Fachdienstes als Schlussfolgerung aus den Vorkommnissen gefordert. In ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause beschloss die Dezernentenrunde der Stadtverwaltung gestern nun, dem Hauptausschuss der Stadtvertretung vorzuschlagen, die Leitungspositionen für die beiden zu bildenden Fachdienste auszuschreiben. Die Leitung für den Fachdienst Bildung und Sport soll intern ausgeschrieben werden, die Leitung des Fachdienstes Jugend intern und extern. Das Ausschreibungsverfahren wird etwa vier Wochen in Anspruch nehmen. „Wir werden die neue Struktur der Fachdienste mit den Ausschüssen für Bildung, Sport und Soziales sowie für Jugendhilfe beraten“, sagte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke). Bis zur Teilung und Besetzung der Leitungspositionen bleibe Gospodarek-Schwenk für den gesamten Bereich verantwortlich.

Der Vorsitzender des zeitweiligen Sonderausschusses, CDU-Stadtvertreter Sven Klinger, begrüßte den Schritt von Gospodarek-Schwenk und die Entscheidung, den Fachdienst aufzuteilen. Damit würden zentrale Vorgaben der Politik umgesetzt, so Klinger. Bei der Besetzung der neuen Leitungsstellen wünsche er sich mehr Transparenz.

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