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Alte Schweriner Sportstätten : Judoka trainierten in Ruhmeshalle

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Alte Sportstätten in Schwerin: Zu DDR-Zeiten diente der einstige Trophäensaal im Arsenal als Übungsstätte für Kampfsportarten

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Fußball, Handball, Volleyball: In der Landeshauptstadt wird viel Sport getrieben und das oft sehr erfolgreich. Ob in der Palmberg-Arena, im Lambrechtsgrund oder im Sportpark Lankow – überall springen, hüpfen, laufen große und kleine Schweriner. Doch die Stadt hat auch zahlreiche Sportstätten, die in Vergessenheit geraten oder mittlerweile für andere Veranstaltungen genutzt werden, wie die einstige Ruhmeshalle im Arsenal.

Männer in Anzug und mit Krawatte, Frauen mit Bluse und hohen Schuhen gehen im Arsenal am Pfaffenteich ein und aus. In der Hand haben sie Aktentaschen, Handtaschen hängen bei den weiblichen Besuchern über den Schultern. Business-Kleidung und eine Sporttasche? Weit und breit nicht in Sicht.
Dabei war das zu DDR-Zeiten kein seltenes Bild am Pfaffenteich, denn das historische Gebäude in der Innenstadt – damals noch in leuchtendem Weiß – war auch Sportstätte. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Wiedervereinigung 1990 hatte die Schweriner Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei hier ihren Sitz. Zu dem inneren Sicherheitsorgan gehörte auch die Sportvereinigung Dynamo, deren Mitglieder regelmäßig in der einstigen Ruhmeshalle im Arsenal trainierten.

„Der Eingang war damals nicht der heutige Zugang“, erinnert sich Jens-Uwe Rost vom Schweriner Stadtarchiv. „Ich weiß allerdings nicht mehr, ob wir von der Wismarschen Straße oder von der Arsenalstraße die Sporträume betreten haben.“ Von der dritten bis zur fünften Klasse hat Rost im Arsenal Judo trainiert. „Das war Mitte der 1970er-Jahre. Ich muss auch irgendwo noch eine Urkunde zuhause haben.“ Auch Bodenturnen und Ringen sei dort trainiert worden, so der Schweriner.

Heute wird in dem Gebäude an dem Südwestufer des Pfaffenteichs kein Sport mehr getrieben, aber ein Vierteljahrhundert – von der Wende bis 2016 – wurde dort über den Sport im Lande entschieden. Denn seit 1990 sitzt dort das Innenministerium, zu dessen Aufgaben und Abteilungen bis zur Regierungsumbildung im vergangenen Jahr auch der Sport im Land gehörte. Das Arsenals wurde übrigens von 1840 bis 1844 aus etwa sechs Millionen Ziegelsteinen erbaut. Es war zunächst das Zeughaus und nach dem Ersten Weltkrieg eine Polizeikaserne.

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