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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 15:13 Uhr

Kultur : Jochen Fahr liest Siegfried Lenz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am 4. Oktober beginnen die Schweriner Literaturtage: Auftakt in der Stadtbibliothek mit 65 Jahre altem Roman „Der Überläufer“

von
erstellt am 27.Sep.2016 | 16:00 Uhr

Als Siegfried Lenz 1951 nach „Es waren Habichte in der Luft“ seinen zweiten Roman fertig hatte – über den Krieg an der Ostfront – wollte ihn der Verlag Hoffmann und Campe nicht haben. Hauptgrund dafür war der Lenz zugewiesene Lektor, der promovierte Germanist Otto Görner. Und so blieb „Der Überläufer“ unveröffentlicht – bis ihn Hoffmann und Campe 65 Jahre später doch druckte. Das Buch führte in diesem Frühjahr wochenlang die Bestseller-Listen an. Was liegt also näher, als ausgerechnet mit Siegfried Lenz’ (1926-2014) meisterlichen Frühwerk die Schweriner Literaturtage zu eröffnen, sagte sich Kuratorin Martina Krüger. Und sie hat sich dafür etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Zur Eröffnung der mittlerweile 21. Literaturtage am 4. Oktober um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek in den Schweriner Höfen liest der Schweriner Schauspieler Jochen Fahr aus „Der Überläufer“. Was ist wichtiger, Pflicht oder Gewissen? Wer ist der wahre Feind? Das ist das zentrale Thema, dem sich Lenz’ Protagonist Soldat Walter Proska im letzten Kriegssommer in Schlesien stellt.

Bis zum 12. November bieten die Literaturtage mehr als 30 Veranstaltungen. Namhafte Autorinnen und Autoren sowie Verleger und Debütanten lesen aus ihren Werken und stellen sich dem Gespräch mit ihrem Publikum. Darüber hinaus bereichern Lesungen von Schauspielern sowie Musik und Figurentheater das Programm.

„Die Themen der Literaturtage sind wieder weit gefächert. Sie berühren aktuelle gesellschaftliche Fragen, beleuchten Historisches, sie bieten Spannung und beste Unterhaltung“, sagt die Kuratorin der Literaturtage Martina Krüger.

So erzählt Michael Kumpfmüller z. B. davon, was es heißt, heute ein moderner Mann zu sein. Erfolgsautor Bov Bjerg liest sowohl aus seinem berührenden „Auerhaus“ als auch aus seinen erst kürzlich erschienenen Geschichten „Die Modernisierung meiner Mutter“. Auf seine Kindheit hält Erwin Berner, der älteste Sohn von Eva und Erwin Strittmatter, poetische Rückschau. Und wer sich auf die Erzählung „Eisblumen“ der Schwerinerin Sonja Voß-Scharfenberg einlässt, wird in ihrer Thea schnell eine Gesprächspartnerin finden, der man sich nicht entziehen kann. „Hoffnung, die zweite“ – so der Titel des Buches, mit dem Aljonna und Klaus Möckel drei Jahrzehnte nach „Hoffnung für Dan“ Einblick in die weitere Entwicklung ihres gehör- und „sprachlosen“ Sohnes geben.

Selbstverständlich versprechen auch die diesjährigen Literaturtage Spannung. So wird Horst Eckert, einer der großen deutschen Krimiautoren, aus seinem brandneuen, hochbrisanten Politthriller „Wolfsspinne“ lesen, während Bert Lingnau mit 48 authentischen Kriminalfällen durch 600 Jahre Verbrechen zu bekannten und unbekannten Tatorten von Schwerin bis Rügen lockt.

Die historischen Romane von Tilman Röhrig wurden zu Bestsellern und vielfach übersetzt. Nun wendet sich der Autor, kurz vor dem großen Jubiläum der Reformation, der Zeit Martin Luthers zu. Historisches hat auch der Schweriner Verleger und Autor Reinhard Thon zu bieten, und die Stiftung Mecklenburg lädt zum Streifzug durch die mecklenburgische Literaturgeschichte ein.

Zu den spannenden Lesungen, welche die Stadtbibliothek Jugendlichen bietet, gehören der außergewöhnliche Auftritt von Schauspieler Rainer Rudloff, der u. a. aus „Tschick“ liest, oder die Veranstaltung mit Thomas Feibel, führender Journalist in Sachen Kinder und Computer in Deutschland, der einen spannenden Roman über Freundschaft, Vertrauen und das Überschreiten von Grenzen vorstellt. Die Jüngsten dürfen sich auf das Figurentheater Fundevogel freuen.

Das ganze Programm der Schweriner Literaturtage sowie Hinweise zu Veranstaltungsorten, Eintrittspreisen und Vorverkaufskassen gibt es im Internet unter www.schwerin.de und im Veranstaltungsheft.


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