Bund kürzt Budget für Schwerin : Jobcenter bekommt 2018 weniger Geld

Das Schweriner Jobcenter befindet sich am Margaretenhof.
Das Schweriner Jobcenter befindet sich am Margaretenhof.

Zahl der Arbeitslosen sinkt / Schwerpunkt liegt jetzt auf Aus- und Weiterbildung

23-11371792_23-66107978_1416392486.JPG von
19. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Das Jobcenter Schwerin wird im nächsten Jahr weniger Geld zur Verfügung haben. Der Bund reduziert das Budget um knapp vier Prozent. Das bedeutet für die Schweriner Einrichtung, die von der Arbeitsagentur und der Landeshauptstadt getragen wird, ein Minus von rund 790 000 Euro. „Wir werden aber dennoch in der Lage sein, die anstehenden Aufgaben zu erfüllen“, betont Ronald Wenk, Sprecher des Jobcenters. Denn der Hintergrund der Reduzierung sei die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. „Wir haben in Schwerin 274 Arbeitslose weniger als 2016. Und auch die Zahl der Hilfeempfänger ist jetzt geringer. Sie ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwei Prozent gesunken“, berichtet Wenk.

Dennoch bleibe viel zu tun. Deshalb wurde von der Trägerversammlung des Jobcenters ein neues Arbeitsmarktintegrationsprogramm verabschiedet. Eines seiner Schwerpunkte ist verstärkte Aus- und Weiterbildung. Denn: „Durch fehlende berufliche Abschlüsse oder lange Zeit der Arbeitslosigkeit sind viele Kunden unseres Jobcenters derzeit nur im Helferbereich vermittelbar“, erklärt Monique Mikula, Bereichsleiterin Markt und Integration im Jobcenter. Dies aber werde weder den Erfordernissen des Arbeitsmarktes nach qualifizierten Fachkräften noch den finanziellen Vorstellungen der Arbeitsuchenden gerecht.

Um gerade diese Klientel erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, werde auf mehreren Ebenen gearbeitet, erklärt Wenk. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern werde das Angebot an Ein-Euro-Jobs erhalten und erweitert. „Wir haben die Träger aufgerufen, für 2018 neue Vorschläge für geeignete Maßnahmen einzureichen“, berichtet Wenk. Es gäbe durchaus Kapazitäten.

Besonders erfolgreich sind nach seiner Erfahrung Probebeschäftigungen. Dies funktioniere so: Der Arbeitslose sucht sich einen Arbeitgeber für eine Testphase, die dann gegebenenfalls vom Jobcenter gefördert werde.

Zu den größter Herausforderungen im neuen Jahr gehört für das Jobcenter die Integration der Flüchtlinge und Zuwanderer. Doch Wenk warnt vor zu hohen Erwartungen. „Dies ist ein langer Weg. Wir reden hier von Jahren, nicht von Monaten.“ Dass das Erlernen der deutschen Sprache der Schlüssel ist, darin seien sich alle einig. Aber für 40-, 50- oder 60-Jährige mit teils geringer Bildung sei das eine enorme Hürde. „Wir dürfen nicht ungeduldig werden, sondern müssen einen langen Atem haben“, sagt der Sprecher des Jobcenters. „Wir sollten Zuwanderer als Chance sehen.“

Als sehr hilfreich auf diesem Weg habe sich die Arbeit der Integrationslotsen erwiesen. Wenngleich die zusätzlichen Stellen aus dem Bundesprogramm erst im nächsten Jahr zum Tragen kommen, sei das Team im Jobcenter aber längst aufgestockt worden, weil der Bedarf da sei. „Wir haben jetzt acht Leute inklusive Dolmetscher im Integrationsteam, darunter auch Kollegen mit Migrationshintergrund“, sagt Wenk. „Sie leisten eine gute Arbeit.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen