Arbeitsmarkt : Job-Markt weiter im Aufwärtstrend

Freuen sich über die Festanstellung: Diese ehemals Arbeitslosen fanden im Nestlé-Werk in den Göhrener Tannen im vergangenen Jahr einen Job.
Freuen sich über die Festanstellung: Diese ehemals Arbeitslosen fanden im Nestlé-Werk in den Göhrener Tannen im vergangenen Jahr einen Job.

Arbeitsagentur will Flüchtlinge schnell integrieren und finanziert Sprachkurse

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01. Januar 2016, 19:14 Uhr

Die gute Nachricht: Auf dem Arbeitsmarkt in Westmecklenburg wird es in diesem Jahr weiter aufwärtsgehen. „Die positive Entwicklung setzt sich fort“, sagt der scheidende Leiter der Schweriner Arbeitsagentur, Dirk Heyden, der nach fünf Jahren an die Spitze des Hamburger Jobcenters wechselt. Allerdings werde die Zahl der ausländischen Arbeitslosen in der Region weiter steigen, die Flüchtlingswelle sich also auch in der Erwerbslosenstatistik niederschlagen.

Heyden sieht in der steigenden Zahl jobsuchender Migranten eine große Herausforderung, aber vor allem auch eine große Chance. „Wir brauchen Zuwanderung, um den großen Bedarf an Fachkräften in den kommenden Jahren decken zu können. Kein Asylbewerber nimmt einem deutschen Bewerber eine eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz weg“, betont er. Um die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, unternehme die Arbeitsagentur bereits jetzt große Anstrengungen. So finanziere sie gegenwärtig für mehr als 1200 Asylbewerber in der Region noch während des laufenden Anerkennungsverfahrens einen ersten Sprachkurs.

Mit einer Arbeitslosenquote von 7,7 Prozent habe die Erwerbslosigkeit in Westmecklenburg im Oktober vergangenen Jahres den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht, berichtet Heyden. In Schwerin sei die Quote erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke gerutscht. „Damit liegt die Stadt auf dem Niveau westdeutscher Kommunen wie Lübeck, Flensburg oder Kiel“, so Heyden.

Im November – die aktuellen Dezember-Zahlen werden erst in der kommenden Woche veröffentlicht – waren in der Region 19 067 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet – 1364 weniger als im November 2014. Bei diesem Trend spiele die Demografie eine Rolle, die Nähe zu Hamburg, aber auch die weiterhin große Nachfrage der hiesigen Wirtschaft, erläutert Heyden. So seien bei der Schweriner Arbeitsagentur derzeit rund 4000 offene Stellen gemeldet, knapp 30 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Gesucht würden Beschäftigte unter anderem im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und in der Gastronomie.

Zahlreiche Arbeitslose hätten im vergangenen Jahr einen Job gefunden, etwa im Nestlé-Werk in Schwerin oder durch weitere Betriebsansiedlungen, schildert Heyden. Freilich: Noch immer seien im Westen Mecklenburgs rund 20 000 Menschen ohne Job, darunter auch etwa 4700 in der Landeshauptstadt. Es seien daher weitere Bemühungen notwendig, etwa um die Chancen von Langzeitarbeitslosen zu erhöhen.

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