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Flüchtlinge in Schwerin : Job-Lotsen sollen Arbeit bringen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wirtschaftsministerium legt Programm auf – Schwerin hofft auf drei Helfer, die Flüchtlingen den Weg in die Berufswelt ebnen

Mit speziellen Job-Lotsen will das Land möglichst viele Flüchtlinge in reguläre Arbeit bringen. Die Jobcenter in MV hatten im vergangenen Jahr 339 Schutzsuchende in Lohn und Brot gebracht. In diesem Jahr sind es bislang 167 – von aktuell 2480 Flüchtlingen im Land. Keine besonders hohe Quote. Die landesweit bis zu 24 Job-Lotsen sollen das ändern. Wirtschaftsminister Harry Glawe und Margit Haupt-Koopmann, Nord-Chefin der Bundesagentur für Arbeit, haben eine entsprechende Vereinbarung geschlossen, die Kommunen und Landkreise sollen schnell davon profitieren.

„Noch befinden sich viele der Flüchtlinge in Integrationsmaßnahmen. Doch danach droht ohne spezielle Hilfe die Arbeitslosigkeit“, erklärt Schwerins Sozialdezernent Andreas Ruhl auf Anfrage. 1352 erwerbsfähige Flüchtlinge leben aktuell in Schwerin. Das sind rund 16 Prozent aller Flüchtlinge im Land, die arbeiten könnten. Schwerin habe daher ein besonderes Interesse, Jobs für die vor allem aus Syrien und dem Irak kommenden Neu-Schweriner zu finden. Die für die Landeshauptstadt in Aussicht gestellten drei Job-Lotsen könnten richtig etwas bewegen, zeigt sich der Sozialdezernent überzeugt. Er ist auch sicher, dass die Stadt geeignete Muttersprachler finden wird, die dann im Jobcenter angestellt werden. Ruhl lobt ausdrücklich die Initiative der Landesregierung.

Die Job-Lotsen sollen nicht nur den Flüchtlingen persönlich helfen, Probleme auf dem Weg zur beruflichen Integration zu lösen. Sie sollen auch intensiven Kontakt zu Arbeitgebern in der Region halten. Parallel richtet das Wirtschaftsministerium unterstützend so genannte Koordinatoren zur beruflichen Integration ein. Diese werden vor allem regionale Netzwerk-Arbeit leisten und dabei sowohl Firmenchefs als auch Betriebsräte mit einbeziehen.

Die Initiative ist notwendig, nachdem auch aktuelle Statistiken die fehlende berufliche Integration belegen. Allein im vergangenen Jahr ist demnach die Arbeitslosigkeit unter den Zuwanderern aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern um unglaubliche 42 Prozent im Land gestiegen. Andersherum: Jeder 16. Hartz-IV-Empfänger in MV ist Flüchtling. Und Schwerin hat auf die Einwohnerzahl gerechnet davon die meisten bekommen. Das liegt weniger an der Zuweisung durch das Land als vielmehr daran, dass die Landeshauptstadt unter Syrern und Irakern sehr beliebt ist. Viele von ihnen, die irgendwo im Land eine Anerkennung als Flüchtling erhalten haben, sind nach Schwerin gezogen. Und laut Stadt kommen monatlich rund 50 hinzu.

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erstellt am 17.Jun.2017 | 16:00 Uhr

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