zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Oktober 2017 | 02:41 Uhr

Bülow : Jetzt ist wirklich Schluss

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach der Pleite des Netzanbieters Netart und der Absage der Wemacom ist die Gemeinde nun ohne Telefon und Internet

von
erstellt am 02.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Es ist nicht das erste Mal, dass plötzlich die Telefone verstummen und auch die Leitungen ins weltweite Netz nicht funktionieren, doch der Ärger bei Klaus Aurich ist nicht kleiner geworden. Der Bülower Bürgermeister hat fest damit gerechnet, dass er informiert wird, wenn die Wemacom die Leitungen abschaltet. „Ich war schlichtweg falsch informiert worden und bin davon ausgegangen, wir hätten noch eine Woche“, sagt Aurich. Denn nach der Pleite des Internet- und Telefonanbieters Netart im August hatte die Wemag-Tochter Wemacom das Netz zeitweise übernommen. Zudem haben sie geprüft, dauerhaft als Anbieter für die Gemeinde Bülow das Netz zu stellen. (SVZ berichtete). Doch die Forderungen des Insolvenzverwalters sowie die nötigen Investitionen seien zu groß gewesen. „Die Wemacom hätte 120 000 Euro aufbringen müssen“, rechnet Aurich vor und zeigt durchaus Verständnis für die Absage der Wemacom: „Ich hätte das unter diesen Umständen auch nicht gemacht.“ Dass nun aber alle Leitungen tot sind, hält der Bürgermeister für ein großes Unding: „Wir rechnen mal nicht damit, dass ein Unglück passiert. Aber die älteren Einwohner haben nicht zwingend ein Handy. Und wie sollten sie dann im Ernstfall den Notarzt informieren?“, fragt er besorgt. Denn wie es nun mit Telefon und Internet in Bülow weitergeht, sei ungewiss. „Die Telekom ist bemüht, aber nicht in jeder Straße ist LTE möglich. Und bei Vodafone sagt man uns, dass es schwierig wird mit der Netzstärke. Sie nehmen keine weiteren Kunden mehr an“, erzählt Klaus Aurich.

Der Leiter des Breitbandkompetenzzentrums, Bernd Holter, hatte der Gemeinde zudem geraten, auf Funklösungen umzusteigen. „Wir haben die betroffenen Gemeinden informiert – es ist ja nicht nur Bülow – und bieten an, die Kunden hier zu beraten“, sagt Holter. Aber auch diese Lösung hält Bürgermeister Aurich für ein Wagnis: „Mit der Funkverbindung gibt es Probleme, das hat man uns auch schon gesagt.“ Das Gemeindeoberhaupt hat neben der jetzt toten Leitung aber noch ein Problem: die Nummernportierung. „Die Bundesnetzagentur hat nach der Insolvenz unsere Telefonnummern gesperrt. Und wir müssten jetzt neue beantragen und dafür auch noch 65 Euro zahlen. Wir würden die alten Telefonnummern aber gern behalten. Wir können ja nichts für die Pleite“, betont der Bürgermeister.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen