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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 04:31 Uhr

Kompromisssuche : Jetski: Suche nach Lösung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Naturliebhaber verteufeln die Wassermotorräder. Sportler lieben kleine Flitzer, aber ein Kompromiss steht aus

von
erstellt am 27.Mai.2014 | 12:00 Uhr

In der aktuellen Jetski-Debatte wird der Ruf nach einer Lösung immer lauter – vor allem vor der Kulisse des Managementplanes. Viele hoffen, dass mit dem Gutachten für das EU-Vogelschutzgebiet noch klarere Regeln für das Verhalten auf den Schweriner Seen einhergehen. Mehrere Jetski-Fahrer fühlen sich unverstanden und wünschen sich mehr Akzeptanz. „Ein vernünftiger Kompromiss, mit dem sowohl Jetski-Fahrer als auch Naturschützer leben können wäre wünschenswert“, meint Michael Polzin aus Rogahn, der sich als Naturfreund und Segler charakterisiert. Er besitze aber auch einen Jetski, den er überwiegend als Wasserski-Zugfahrzeug nutze. Wenn er schnell fahren wolle, „nutze ich Elbe oder Ostsee“. Für die Schweriner Seen ist „ein Verbot aber keine Lösung, auf vielen anderen Gewässern Deutschlands geht es doch auch im Einvernehmen“.

Viele Anrainer plädieren für bessere Kontrollen der PS-starken Wasserfahrzeuge, zu denen auch Schnellboote zählen. So macht Hartmuth Lorenz von der Initiative Lärmschutz die „Abwesenheit der Wasserschutzpolizei“ für die Fehlverhalten der Wassermotorrad-Fahrer verantwortlich. „Warum rast ein Boot vom Paulsdamm kommend in Richtung Schloss, um dann vor der Wasserschutzpolizei zu bremsen?“

SVZ-Leser Eberhard Kauffmann geht noch weiter und fordert mehr Einsatz von der Politik: „Ich vermisse im konkreten Fall klare Positionen unserer Kommunal- und Landespolitiker zum Schutz unserer Gewässer und der Umwelt.“

Weil sich Gegner vor allem von Lärm und Wellenschlag der PS-starken Flitzer gestört fühlen, machen sich Wassermotorrad-Fahrer für eine extra ausgewiesene Strecke auf den Gewässern stark. Aber es häufen sich weiter Meinungen, die gegen Jetski auf den Seen plädieren. Hermann Haferkamp meint: „Wirft man einen Blick auf die Seenlandschaft, kann einem die Freigabe dieses herrlichen und zur Entspannung einladenden Refugiums für den Motorsport nur als schlechter Scherz erscheinen.“ Rolf Hartmann kritisiert: „Es wird mit erheblichem Lärm quer über den Ziegelsee gerast.“

In den vergangenen zwei Sommern hatte schon die professionelle Jetski-Show in der Schweriner Altstadt zu Debatten geführt. Zum einen hatte die Veranstaltung zahlreiche Schaulustige aus dem Umland an den Pfaffenteich gelockt. Zum anderen hatten sich Kritiker gemeldet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte ein Verbot gefordert. Das Ordnungsamt prüfte die Vorwürfe, genehmigte das Event schließlich doch. Für das kommende Altstadtfest ist noch keine Jetski-Show geplant.

 

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