zur Navigation springen

Vogelschutzgebiet : Jetski-Sportler fordern Rennstrecke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Deutschlandweite Initiative setzt sich für ausgeschilderte Wasserfläche ein – SVZ-Leser berichtet von Projekt in Ueckermünde

von
erstellt am 20.Mai.2014 | 12:00 Uhr

In die Debatte um Jetski und Motorboote auf den Schweriner Seen kommt neue Bewegung. Nach zahlreichen Kritikern von „PS-Monstern“ auf den Gewässern um die Landeshauptstadt meldet sich jetzt der Deutsche Jetsport-Verein zu Wort, der sich seit März 2009 deutschlandweit für den Sport engagiert. „Wenn man eine ausreichend große Jetski-Strecke weit vor den Ufern ausweisen würde – so wie man das von den Binnenwasserstraßen her kennt – dann dürfen wir dort unsere Figuren drehen und ansonsten gilt langsame Geradeausfahrt“, erklärt Nicole Heiser vom Vereinsvorstand. Wie Jetski-Freunde auch in Schwerin genug Raum für ihr Hobby bekommen könnten, berichtet Familie Rohde am Beispiel Ueckermünde: Ihre Stadt habe eine Marktlücke entdeckt.

Die aktuelle Jetski-Debatte ist Teil einer seit mehr als einem Jahr andauernden Diskussion zwischen Anrainern, Umweltschützern und Behörden im EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“. Hintergrund ist die aktuelle Erarbeitung eines Managementplanes, der am Ende ähnlich dem Charakter eines Gutachtens Regeln für Naturschutz und Nutzung des Gebietes festlegen soll. In diesen Diskurs hinein fällt auch die Debatte um Jetski-Strecken. Wasserski-Routen gibt es bereits auf dem Ziegel- und dem Schweriner Außensee. Derzeit laufen Initiativen für eine Jetski-Strecke auf dem Schweriner Außensee vor Retgendorf.

Die abgetonnte Zone auf dem Ziegelaußensee „ist zu klein. Die Bootshäuser und somit der Uferbereich sind viel zu nahe an der Wasserski-Zone“, meint Motorbootfahrer Steffen Salow. „Es ist nachvollziehbar, dass diese Wassersportler auch ihren Interessen nachgehen wollen.“

Natur- und Vogelschützer wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Naturschutzbund (Nabu) betonen weiter die schädlichen Auswirkungen der „PS Monster“ auf die Tier- und Pflanzenwelt. Andere Anrainer kritisieren Lärmbelästigungen und Wellenschlag.

Der Deutsche Jetsport-Verein hält dagegen. „Es liegen uns mehrere Gutachten vom Deutschen Motoryachtverband vor, in denen es um die Lärm-Emissionen, vermutete Wasserverunreinigungen und Tiere geht, die angeblich Schaden nehmen“, teilt Nicole Heiser mit. „Diese Studien bzw. Gutachten halten unseren Motorbootsport für unbedenklich gegenüber Wasser, Tieren und Umwelt, nicht so wie das die Naturschützer auslegen.“ Und weiter: „Was bei diesen Anschuldigungen immer unterschlagen wird, ist, dass es in der Regel ein Hobby für die ganze Familie ist – egal ob Groß oder Klein.“

Das bestätigt auch eine Anrainer-Familie. „Seit mehr als 13 Jahren fahren wir leidenschaftlich Jetski auf dem Schweriner See.“ Die Kinder seien damit aufgewachsen. Leider sei es mit den Jahren immer schwieriger geworden. „Es ist natürlich mit der Zeit mehr geworden, aber das ist im ganzen Wassersportbereich deutlich zu beobachten. Seien es die Segler, Angler, Sportbootfahrer oder Wasserskiläufer. Wir möchten unser Hobby genau so genießen wie jeder andere auch.“

In Ueckermünde hatte es nach Berichten von Familie Rohde ähnliche Diskussionen gegeben wie in Schwerin. Zunächst „wurden Powerboot-Events auf dem Haff veranstaltet, welche von entsprechenden Organisationen wie dem Nabu verteufelt wurden.“ Dann kam die Wende, wie Rohdes erzählen. Es gab „Afterrace-Partys“, ortsansässige Reedereien begleiteten Fahrten mit Schiffen. „Mittlerweile ist das alljährliche Powerboot-Event eine Attraktion mit Gästen und Schaulustigen. Powerboot-Freunde können ungestört ihrem Hobby nachgehen, die Stadt hat Gewerbeeinnahmen. Das Event findet zweimal jährlich statt. Das sind vier von 365 Tagen. Kein Mensch regt sich hier darüber auf.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen