Wasserschutz in Schwerin : Jetski-Fahrer halten Polizei in Atem

Im Rausch der Geschwindigkeit: Rasende Wassermotorrad-Fahrer gefährden aus Sicht von Naturschützern den Lebensraum der Wasservögel.  Fotos: BUND / Koepke
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Im Rausch der Geschwindigkeit: Rasende Wassermotorrad-Fahrer gefährden aus Sicht von Naturschützern den Lebensraum der Wasservögel. Fotos: BUND / Koepke

Schweriner Inspektion zieht erste Bilanz: Wassermotorrad-Fans nutzen besonders Heidensee und Ziegelaußensee als Rennstrecke

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15. Juni 2017, 05:00 Uhr

Neue Saison, altes Problem: Auch in diesem Jahr machen Jetski-Fahrer der Schweriner Wasserschutzpolizei zu schaffen. „Fast jedes Wochenende berichten uns Anrufer von Wassermotorrad-Fahrern, die zu schnell unterwegs sind“, sagt der stellvertretende Inspektionsleiter, Maik Beck. Besonders betroffen seien der Heidensee und der Ziegelaußensee.

Zwölf Verstöße gegen die Verordnung für Wassermotorräder und 17 Geschwindigkeitsverstöße nahmen die Beamten im vergangenen Monat auf – im gesamten Beritt der Wasserschutzpolizeiinspektion, zu dem nicht nur die Schweriner Seen zählen, sondern etwa auch der Plauer See. Unter den Tempo-Sündern seien Jetski-Fahrer, aber ebenso eilige Sportboot-Führer, erklärt Beck. Jetski zu fahren, sei nicht grundsätzlich verboten, betont er. Nur müssten sich die Piloten an die Regeln halten, dürften 25 Kilometer in der Stunde beim Tempo nicht überschreiten und auch nicht ständig an ein und derselben Stelle im Wasser hin- und herfahren.

Wenn die Polizei gerufen werde, seien Geschwindigkeitsübertretungen oder auch andere Verfehlungen von Jetski-Fahrern oft nur noch schwer zu dokumentieren, schildert Beck. „Wir sind in solchen Fällen auf Zeugenaussagen angewiesen.“ So sei es jüngst zu einer Gerichtsverhandlung in Sachen Jetski gekommen, bei der sich ein Zeuge dann aber nicht mehr zur Verfügung gestellt habe.

Auf die Gefahren, die sich aus der Jetski-Raserei für die Welt der Wasservögel ergeben, hat in der Vergangenheit immer wieder der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hingewiesen. 2016 zählten die Naturschützer allein auf den Schweriner Seen knapp 250 Tempo-Überschreitungen durch Wassermotorrad-Fahrer. „Das Thema Jetski wird uns auch in der laufenden Saison weiter beschäftigen“, sagt Vize-Inspektionsleiter Beck. Die Wasserschutzpolizei habe jedoch auch noch andere Aufgaben.

So registrierten die Beamten im Mai 18 Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht von Booten. Sechsmal wurden Angler belangt, weil sie notwendige Papiere nicht vorlegen konnten, zwei Freizeitkapitäne steuerten ihre Schiffe unter Einfluss von Alkohol. Zweimal gingen den Beamten im vergangenen Monat auch Wassersportler ins Netz, die gegen das Naturschutzrecht verstießen, indem sie in die Sperrzonen um die Inseln Kaninchen- und Ziegelwerder fuhren. Insgesamt hielten sich die Sportboot-Fahrer aber an die Regelungen, die ebenfalls dem Vogelschutz dienen sollen, berichtet Beck.

Zu drei Unfällen mussten die Beamten der Inspektion am Werder in dieser Saison auch schon ausrücken. Auf dem Schweriner See kenterte in der Nähe des alten Wasserwerkes ein Boot bei Regen und Wind, beide Passagiere wurden geborgen. Ein Schiff fuhr sich auf der Untiefe Rakow fest. Auf dem Plauer See schließlich stießen zwei Boote beim Ablegen zusammen, ohne größeren Schaden.

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