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Debatte nach Schweriner Altstadtfest : Jet-Ski kontra Naturschutz?

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Die Vorführungen der Jet-Boot-Akrobaten und die Rennen der Schnellboote während des Altstadtfestes auf dem Pfaffenteich hatten großes Interesse und viel Lob bei den Besuchern gefunden. Doch es gab auch heftige Kritik.

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2013 | 09:30 Uhr

Schwerin | Die Vorführungen der Jet-Boot-Akrobaten und die Rennen der Schnellboote während des Altstadtfestes auf dem Pfaffenteich hatten großes Interesse bei den Besuchern und viel Lob gefunden (SVZ berichtete). Es gab jedoch auch heftige Kritik: "Viele Bürger nutzten am Sonntag die Möglichkeit, bei der BUND-Aktion gegen Jet-Ski-Lärm ihre Meinung gegen die weitere Ausbreitung der Jet-Ski-Lobby zu äußer n", berichtet Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwe lt und Naturschutz Deutschland (BUND). Mehr als 70 Besucher des Altstadtfestes hätten bei der Unterschriftensammlung für ein generelles Verbot von Jet-Ski-Aktivitäten auf den Schweriner Seen unterschrieben.

Das Problem indes sind keineswegs nur die Vorführungen auf dem Pfaffenteich. Vielmehr geht es vielen Schwerinern, die sich gegen Jet-Skis aussprechen, um den Lärmschutz auf den Schweriner Seen, die zum großen Teil zum EU-Vogelschutzgebiet gehören beziehungsweise als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet europaweiten Schutzstatus haben. Denn im jetzt zu Ende gehenden Sommer wurden vielfach die Hochgeschwindigkeitsboote auf dem Ziegelaußensee und auf dem Schweriner Innensee - vor allem in der Mueßer Bucht - gesichtet, wie SVZ-Leser mitteilten. Während der BUND vor allem die Vorführungen auf dem Altstadtfest als " falsche Werbung" kritisiert, richtet sich die Kritik der SVZ-Leser gegen die Raserei im Vogelschutzgebiet. Sie fordern ein härteres Eingreifen des städtischen Ordnungsamtes bzw. der Unteren Naturschutzbehörde.

Doch Dezernent Dr. Wolfram Friedersdorff winkt ab: "Uns sind die Hände gebunden. Der Schweriner See ist Bundeswasserstraße. Die Befahrensregeln werden vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg festgelegt. Das Amt ist auch für die Einhaltung bzw. die Kontrolle verantwortlich und muss gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen veranlassen, um ein Verbot von Schnellbooten auf dem Gewässer durchzusetzen", erläutert Friedersdorff. Das betreffe zum Beispiel auch Anzeigen bei der Wasserschutzpolizei.

In der Realität werden wohl also verantwortungsvolle Wassersportler und Naturfreunde das Heft des Handelns in die Hand nehmen und die Polizei alarmieren müssen, wenn illegal Jet-Ski-Rennen auf dem Schweriner See gefahren werden.

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