Leser schenken Freude : „Jessica gibt mir Mut zum Leben“

Geben sich gegenseitig Halt: Melanie Bahr, die vor zwei Jahren an Lymphdrüsenkrebs erkrankte, und ihre Tochter Jessica.
Geben sich gegenseitig Halt: Melanie Bahr, die vor zwei Jahren an Lymphdrüsenkrebs erkrankte, und ihre Tochter Jessica.

Melanie Bahr lebt nach einer schweren Krankheit von einer kleinen Rente – Hilfe finden sie und ihre Tochter bei der Schweriner Tafel

von
28. November 2015, 12:00 Uhr

Die Diagnose war ein Schock: Lymphdrüsenkrebs. 2013 änderte sich das Leben von Melanie Bahr von einem Tag auf den anderen. „Ich war wie vor den Kopf gestoßen.“ Doch die Schwerinerin ließ sich nicht unterkriegen, nahm den Kampf gegen die Krankheit auf, unterzog sich einer monatelangen Chemotherapie und einer anschließenden Reha. „Meine Tochter Jessica gab mir den Halt, die Behandlung durchzustehen“, sagt sie.

Ihren Job als Verkäuferin hat Melanie Bahr durch die Krankheit verloren. Die 32-Jährige lebt heute von einer kleinen Rente. „Ich werde in meinem Leben nicht mehr arbeiten können, habe ein taubes Gefühl in den Füßen, kann nicht richtig gucken, muss starke Medikamente nehmen“, erklärt die Schwerinerin. Noch immer geht sie regelmäßig zur Chemotherapie, um zu verhindern, dass die heimtückische Krankheit wieder ausbricht.

Melanie Bahr bleibt tapfer, lässt sich den Lebensmut trotz ihres schweren Schicksals nicht nehmen. „Jessica braucht mich, ich muss für sie da sein.“ Ihre Tochter ist das ein und alles für die Schwerinerin. Die Zwölfjährige soll eine unbeschwerte Kindheit verleben. Aber was tun, wenn das Geld vorne und hinten nicht reicht? Rund 150 Euro bleiben Melanie Bahr nach Abzug aller Unkosten zum Leben. Einmal in der Woche sucht sie deshalb die Ausgabe der Schweriner Tafel in der Petrusgemeinde im Mueßer Holz auf, um sich kostenlose Lebensmittel zu holen, vor allem Obst und Gemüse. „Ich spare so jedesmal ein paar Euro, mit denen ich Jessica an anderer Stelle unterstützen kann.“

Bei der Schweriner Karnevalsgesellschaft Blau-Gelb finden Mutter und Tochter Ablenkung – Melanie Bahr macht mit viel Enthusiasmus im Elferrat mit, Jessica tanzt. Das Weihnachtsfest werden die beiden bei den Großeltern verbringen. Um Jessica wenigstens einen Teil ihrer Wünsche unter dem Tannenbaum erfüllen zu können, legt Melanie Bahr das ganze Jahr über jeden Cent zurück. Sie verzichte, damit es ihrer Tochter so gut geht wie den Kindern aus Familien, die finanziell besser gestellt seien, sagt die 32-Jährige. Und sie weiß auch, warum sie es tut, was sie ihrer Jessica verdankt: „Mein Kind gibt mir den Mut zum Leben.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen