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Personalengpässe drohen : Jeder fünfte Polizist bis 2020 in Pension

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zahl der Bewerber für den Polizeidienst sinkt

von
erstellt am 26.Aug.2014 | 07:54 Uhr

Bei der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern drohen für die kommenden Jahre Personalengpässe. Die Landespolizei ist überaltert und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürchtet, dass die Landesregierung die anstehende Pensionierungswelle nicht durch die notwendige Zahl an Neueinstellungen ausgleichen kann.

„Gingen im Jahr 2005 noch 58 Polizisten in den verdienten Ruhestand, werden es künftig etwa 200 Beamte pro Jahr sein, die altersbedingt aus dem Dienst ausscheiden“, sagte der Landesvorsitzender der GdP Christian Schumacher. Das Innenministerium selbst rechnet mit mehr als 1100 Pensionierungen bis 2020 – jeder fünfte Polizist im Land hängt folglich in den kommenden sechs Jahren seine Uniform an den Nagel.

Die Überalterung ist in vielen Dienststellen längst ein Problem. So waren beispielsweise in der Polizeiinspektion Schwerin im vergangenen Jahr 38 Prozent der Kollegen 51 Jahre und älter. In der Rostocker Inspektion hatten 34 Prozent der Beamten die Altersgrenze von 50 Jahren hinter sich gelassen. Mit Konsequenzen: Wenn der FC Hansa ein Heimspiel hat, tragen Polizeibeamte im Einsatz einschließlich Schutzausrüstung ein zusätzliches Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm. „Für manche Kollegen, die auf die 60 zugehen, ist das allein schon eine Herausforderung“, berichtete Schumacher.

Grund für die Überalterung sind die seit Jahren vollzogenen Stellenstreichungen. Laut Personalplanung sollen vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2015 etwa 1000 der ursprünglich 6700 Stellen eingespart werden. Doch Beamte kann die Landesregierung nicht entlassen, also stellte man jedes Jahr weniger jungen Nachwuchs ein.

Durch die anstehende Pensionierungswelle steigt der Bedarf an Neueinstellungen allerdings wieder an. „Wir müssen jetzt gegensteuern und deutlich mehr für den Nachwuchs tun“, forderte Schumacher. 144 Neueinstellungen sind für 2014 geplant.

Allerdings sinkt die Zahl der Bewerber. Hatten sich 2011 noch 2000 junge Frauen und Männer um einen Job bei der Landespolizei beworben, waren es in diesem Jahr nur noch 1473 Bewerber. Abstriche bei den Eignungstests will das Innenministerium dennoch nicht vornehmen.

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