Nahverkehr Schwerin : „Jede Minute zählt“

Andrang am Bürgermeister-Bade-Platz: Weil die Straßenbahn hier Vorrang hat, müssen Autofahrer an der Nachbarkreuzung Knaudtstraße/Alexandrinenstraße manchmal minutenlang warten.
Andrang am Bürgermeister-Bade-Platz: Weil die Straßenbahn hier Vorrang hat, müssen Autofahrer an der Nachbarkreuzung Knaudtstraße/Alexandrinenstraße manchmal minutenlang warten.

Geschäftsführer Nobert Klatt wehrt sich gegen Vorwürfe, der Nahverkehr bestimme das Verkehrsgeschehen in der Stadt

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04. April 2015, 09:00 Uhr

Die Diskussion um die neue Vorfahrtsregelung an der Einmündung Mettenheimerstraße/Hagenower Straße reißt nicht ab. Und immer wieder stellen SVZ-Leser die Frage, ob sich hier alles nach den Bussen des Nahverkehrs richten muss. Schließlich habe sich die Einmündung in kürzester Zeit zum Unfallschwerpunkt entwickelt.

Nicht nur in der Neuen Gartenstadt, auch anderswo in Schwerin hat scheinbar allein der Nahverkehr das Sagen. Stichwort Schleifmühlenweg: Während der Bundesgartenschau konnten die Busse der Linie 14 nicht an der Freilichtbühne vorbei fahren. Sie mussten durch die Lennéstraße am Faulen See entlang. Die Stadt hatte die Vorstellung, dass das auch nach der Buga so bleiben könnte. Doch der Nahverkehr spielte nicht mit. Angeblich hätte ein zusätzlicher Bus auf der Linie eingesetzt werden müssen – wegen eines Umweges von ein paar hundert Metern.

Stichwort Eckdrift: Weil viele Autofahrer das vorgeschriebene Tempo 30 nicht einhalten, hatte die Stadt so genannte Fahrbahnkissen installiert. Doch die Dinger mussten wieder weg. „Wir hätten uns mit den ,Huckeln’ die Busse kaputt gefahren und stehende Fahrgäste gefährdet“, sagt Nahverkehrschef Norbert Klatt.

Stichwort Bürgermeister-Bade-Platz: Die Kreuzung wurde neu gestaltet, die Ampelanlage gemeinsam mit der benachbarten an der Alexandrinenstraße neu programmiert – mit einer Vorrangschaltung für die Straßenbahn. Die Folge: Von der Brauerei kommend, können Autofahrer schon mal vier Minuten auf Grün warten. Ebenso ist es am Platz der Jugend: Kommt die Bahn, steht der Autoverkehr still.

Nahverkehrschef Klatt verteidigt die Verkehrsregelungen zu Gunsten von Bussen und Bahnen. „Bei uns kommt es auf die Minute an, sonst funktionieren die Anschlüsse nicht.“ Fahrgäste müssten bei Verspätungen unter Umständen bis zu 40 Minuten auf den Anschlussbus warten. Deshalb auch die Vorrangschaltungen für die Straßenbahnen. Und: „Was bisher zur Mettenheimerstraße alles gesagt wurde, stimmt überhaupt nicht.“ Der Bus müsse Vorrang haben. Er könne nun mal nicht so losfahren wie ein Personenwagen. „Wir müssen auf den Querverkehr und die Radfahrer achten. Das kann dauern, bis das Abbiegen dann möglich ist.“ Aber: Es zählt eben jede Minute. Im Übrigen sei die Hagenower Straße nach Klatts Ansicht schließlich keine Durchgangs- sondern nur eine Anwohnerstraße. Die Autofahrer müssten nur aufmerksamer sein und sich an die Verkehrszeichen halten, dann gäbe es auch keine Unfälle.

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