Fair im Stadtverkehr : „Jede Menge Hilfsbereitschaft“

Schwarze Schafe wie den Radler hier im Burggarten gibt es überall, aber die meisten Verkehrsteilnehmer in Schwerin halten sich an Regeln und sind freundlich zueinander.
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Schwarze Schafe wie den Radler hier im Burggarten gibt es überall, aber die meisten Verkehrsteilnehmer in Schwerin halten sich an Regeln und sind freundlich zueinander.

Geschichten von der Straße: Schweriner Radfahrer erzählen, wie ihnen fremde Leute freundlich aus der Patsche geholfen haben

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08. Juli 2015, 16:00 Uhr

Werden sie nach ihren Erfahrungen im Schweriner Straßenverkehr gefragt, müssen selbst langjährige, gutmütige und gelassene Radfahrer schnell die Geschichte loswerden vom Autofahrer, der die Scheibe runtergekurbelt und sie wüst beschimpft hat. Echt unverschämt, finden sie. Aber ist das Verhältnis wirklich so vergiftet? Wer sich Zeit nimmt, ein wenig tiefer zu graben in den eigenen Erinnerungen, der findet schnell viele Alltagsbegebenheiten, die optimistisch und fröhlich stimmen. SVZ sammelt in dieser Woche „Geschichten von der Straße“.

„Man erfährt viel Hilfsbereitschaft“, sagt Heidrun Lohse, deren ganze Familie mit dem Fahrrad unterwegs ist, die 17-jährige Tochter Marthe sogar oft mit dem Einrad. „Passanten haben oft einen freundlichen Spruch parat oder die klassischen Witze wie: ,Na, hast du ein Rad verloren?’ Anfangs war ihr das ein bisschen peinlich, jetzt will sie mit dem Einrad sogar auf Tour gehen.“ Aber auch der klassische Drahtesel-Ausflug sorgt für nette Begegnungen: „Zum Beispiel hat sich mal eine Frau in Neukloster auf ihr eigenes Fahrrad geschwungen, um meiner Familie den Weg zum Campingplatz zu zeigen.“ Mit einer Freundin sei sie auf einer Radtour einmal total nass geworden. „Eine Familie hat uns dann zu sich hereingebeten“, erinnert sich Heidrun Lohse. „Wir durften zwei Stunden lang am Kamin trocknen, bekamen Kaffee und Kuchen und kannten am Ende auch Familiengeschichte und Zukunftspläne der Hausherrin.“ Übrigens habe ihr gerade vor zwei Wochen auf dem Heimweg ein älterer Herr geholfen, ihre herunter gesprungene Fahrradkette zu bändigen. „Wenn man als Frau mit dem Rad liegen bleibt, bekommt man eigentlich immer Hilfe“, sagt Heidrun Lohse lächelnd.

Auch die 15-jährige Schwerinerin Anne Sophie Wermann ist viel mir ihrem Fahrrad unterwegs und darauf angewiesen: ,,Wir Schüler fahren gemeinsam zur Schule, helfen uns gegenseitig bei gelegentlichen Zwischenfällen wie platten Reifen. Auch der ein oder andere Fußgänger hat mir bereits meine öfter aus dem Fahrradkorb fallende Tasche oder Trinkflasche hinterhergetragen. Gerade an hektischen Morgen agieren die Verkehrsteilnehmer gut miteinander. Auf dem Rückweg passiert es nicht selten, dass sich Radfahrer, nachdem sie Fußgänger beiseite geklingelt haben, freundlich bedanken.“

Ein Grund zum Lächeln: Der Schweriner Fahrradclub verteilt kleine Geschenke an vorbildliche Radler.

Posted by Zeitung für die Landeshauptstadt - News aus Schwerin & Umgebung on  Montag, 6. Juli 2015

 

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