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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 15:46 Uhr

Aikido : James-Bond-Bösewicht unterrichtet Schweriner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Toshiro Suga stattet Kampfkünstlern in Schwerin einen Besuch ab

svz.de von
erstellt am 06.Dez.2017 | 12:00 Uhr

Statt sich mit James Bond im Film zu duellieren, hatte Toshiro Suga in Schwerin andere Aufgaben zu erledigen: Im Aikido-Dojo von Pierre Congard trainierte der 66-jährige Japaner, der in „Moonraker“ als „Chang“ Roger Moore gegenüberstand, mit seinen Gästen. „Aikido ist eine japanische Kampfkunst, die ihren Schwerpunkt auf die Defensive legt. Es geht nicht um Wettstreit oder Kampf, sondern vielmehr darum, den Frieden und die Meisterschaft über sich selbst zu suchen und zu finden“, erklärt Congard, der selbst etwa 40 Schweriner in seinem Dojo unterrichtet.

Suga ist für Congard nicht nur Meister, sondern auch Freund. „In der Vergangenheit hat er uns schon öfter besucht und auch die Gürtelprüfungen abgenommen“, erzählt Congard. Das sei bei Sugas vollem Terminkalender gar nicht so leicht – der Träger des 7. Dan, der vierthöchsten Auszeichnung im Aikido, tourt jedes Jahr durch viele Länder und gibt Schülern sein Wissen weiter.

„In Schwerin hat das Aikido großer Fortschritte gemacht. Die Bewegungsabläufe werden sauber ausgeführt, das Niveau ist gut“, lobt Suga. Dabei legt er nicht nur bei seinen Schülern, sondern auch an sich selbst hohe Maßstäbe an: Nach dem Aufstehen trainiert er eine halbe Stunde am Schwert, dann macht er eine Stunde Liegestütze. „Mittags trainiere ich dann mit Schülern, danach folgen Bauchübungen“, erzählt der Japaner, der seit 49 Jahren Aikido betreibt. Rauchen ist für ihn Tabu, einmal im Monat gönnt er sich eine Flasche Wein. „Fit im Alter zu bleiben und mit Interessierten meine Erfahrungen zu teilen, das ist mein größter Wunsch“, sagt Suga.

Bei seinem Training in Schwerin feilten Kinder und Jugendliche an ihren Fähigkeiten, Erwachsene lernten neue Techniken und unter der Aufsicht von Suga und Congard absolvierten einige auch ihre Gürtelprüfungen. Bis sie ihre erlernten Kenntnisse vor den Augen der Prüfer zeigen können, ist es für Neulinge ein weiter Weg. Congard freut sich aber auf frische Gesichter in seinem Dojo. „Im Alter von acht Jahren können Kinder mit den Übungen beginnen, im hohen Alter gibt es keine Grenze. Wir trainieren von Montag bis Freitag“, sagt der Träger des 6. Dan. Wenn es nach ihm geht, auch wieder mit Suga. „Ich hoffe, dass er uns noch öfter besucht und wir von ihm lernen dürfen“, sagt Congard.

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