Hundehalter aufgepasst : Jagt Schwerin bald Steuer-Sünder?

Erhöhung der Hundesteuer: Künftig soll der erste Hund 108 Euro kosten. Die Landeshauptstadt rechnet mit Mehreinnahmen von 80 000Euro bis 2017.
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Erhöhung der Hundesteuer: Künftig soll der erste Hund 108 Euro kosten. Die Landeshauptstadt rechnet mit Mehreinnahmen von 80 000Euro bis 2017.

Verwaltung prüft, ob Hundehalter besser kontrolliert werden können, will aber erst den Greifswalder Testlauf abwarten

svz.de von
12. November 2014, 08:00 Uhr

Eine höhere Hundesteuer soll die Stadtkasse aufbessern. Statt 90 Euro soll der erste Hund ab dem 1. Januar 108 Euro kosten. Die Stadt rechnet mit Mehreinnahmen von knapp 42 000 Euro. Allerdings sind dabei nur die bisher registrierten 2900 Hunde berücksichtigt. „Wie viele Hunde in Schwerin nicht angemeldet sind, wissen wir nicht“, sagt Stadtsprecherin Michaela Christen. „Die Zahl ist sehr schwer zu schätzen.“ Sicher aber ist, dass etliche Hunde „schwarz“ gehalten werden.

Die Schweriner Stadtspitze schaut derzeit gespannt nach Greifswald. Die Hansestadt will im Dezember und im Januar alle 31 500 Haushalte befragen lassen. Gibt es Hunde im Haushalt, wie viele sind es und seit wann werden sie gehalten? So soll ermittelt werden, wie viele Hunde über die 2000 registrierten hinaus in der Stadt gehalten werden. Die Greifswalder Stadtverwaltung rechnet mit Mehreinnahmen von etwa 80 000 Euro bis 2017. Der Knackpunkt: Die Kontrollen sollen Privatfirmen durchführen. Das stößt auf Kritik bei Datenschützern. Denn die Erhebung der Hundesteuer ist eine so genannte hoheitliche Aufgabe. Es ist deshalb umstritten, ob die flächendeckende Hundeerfassung von Privatfirmen erledigt werden darf. Fachleute sprechen von einem rechtlich nicht genau geregelten Bereich. Andere Städte haben mit der Hundeerfassung durch Privatfirmen gute Erfahrungen gemacht. Beispielsweise können Wismar und auch Rostock erhebliche Mehreinnahmen verzeichnen. In der größten Stadt des Landes beispielsweise waren die Kontrolleure im Frühjahr vergangenen Jahres unterwegs. Ergebnis: Am Ende stieg der Hundebestand sprunghaft um 15 Prozent. Das spülte der Hansestadt mehr als 600 000 Euro zusätzlich in die Kassen – allein für 2013.

Über solche Zusatzeinnahmen würde sich auch Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow freuen. Doch zu Kontrollen in Schwerin – durch wen auch immer – ist noch keine Entscheidung gefallen. „Wir sind in der Verwaltung noch in einer intensiven Diskussion.“ Die Stadt will erstmal schauen, wie das anderswo läuft. „Wir warten jetzt das Ergebnis in Greifswald ab“, so Angelika Gramkow. „Dann werden wir entscheiden, ob wir ähnliche Kontrollen auch in Schwerin durchführen.“ die Zusätzlichen einnahmen, di solche Kontrollen offenbar bringen, würde die Oberbürgermeisterin auf jeden Fall gerne mitnehmen.

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