Schweriner Häuser : Jagdschloss-Pläne sind geplatzt

Ruhe in Friedrichsthal: Hinter dem Bauzaun tut sich nichts.
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Ruhe in Friedrichsthal: Hinter dem Bauzaun tut sich nichts.

Investorin gibt Sanierungsvorhaben auf und möchte das Gebäude verkaufen

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12. Juni 2016, 09:00 Uhr

Vor knapp fünf Jahren war die Freude groß. Die Berliner Investorin Jenny Kirchhoff hatte das Jagdschloss Friedrichsthal gekauft und wollte es sanieren. Doch die Euphorie ist verflogen. Am Schloss tut sich schon lange nichts mehr. Jetzt möchte Jenny Kirchhoff das historische Gebäudeensemble lieber heute als morgen verkaufen.

Die Berlinerin hatte konkrete Pläne für das Jagdschloss. Ein großes Café, Seminarräume und Wohnungen waren vorgesehen. Auch an eine Tagespflege dachte Jenny Kirchhoff. Doch die zunächst interessierte Firma sprang ab, als sie hörte, dass es nicht so schnell gehen würde mit der Schlosssanierung. 2014 gestand die Berlinerin dann ein, dass noch nicht fest stehe, wie das Schloss einmal genutzt wird. Auch der denkmalgeschützte Park sollte auf Vordermann gebracht werden. Allerdings räumte die Investorin 2011 ein, dass es wegen der zahlreichen Absprachen mit der Denkmalpflege und mit dem Forstamt, dem Ortsbeirat, der Naturschutzbehörde, dem Wasser- und Bodenverband und der Wasserbehörde drei Jahre dauern könnte, bis ihre Pläne umgesetzt sind. Mehrere zehntausend Euro hat Jenny Kirchhoff für Gutachten ausgegeben. Das Gebäude wurde entkernt. Sie musste sich aber auch laufend mit Einbrüchen und Graffiti-Schmierereien herumschlagen.

„Mir liegt das Jagdschloss in Friedrichsthal sehr am Herzen“, hatte Jenny Kirchhoff immer wieder versichert. „Ich will es unbedingt renovieren und herrichten.“ Doch das ist nun vorbei. „Ich möchte das Schloss in gute Hände geben“, so die Investorin. „Aber nicht aus finanziellen oder ähnlichen Gründen.“ Ihre private Lebenssituation hat sich offenbar völlig geändert. „Es sind private Gründe, weshalb ich verkaufen möchte.“ Sie sei bereits in intensiven Sondierungsgesprächen mit potenziellen Interessenten. „Ob ich das Haus ganz aus der Hand gebe oder einen Partner finde, steht noch nicht fest“, sagt Jenny Kirchhoff.

Bau- und Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum bedauert den Rückzug der Berlinerin. „Wir werden Jenny Kirchhoff bei der Suche nach einem Käufer unterstützen.“ Die Stadt hat die Immobilie in ihre Verkaufsliste aufgenommen. Noch aber hat sich kein Interessent gemeldet. „Man kann nicht sagen, dass wir das Problem in diesem Jahr lösen werden“, schätzt Nottebaum ein.

Das Jagdschloss Friedrichsthal geht zurück auf ein 1790 von Regierungsrat von Brandenstein errichtetes Sommerhaus. Es folgte eine wechselvolle Geschichte. Es war Jagdschloss von Großherzog Friedrich Franz I. 1914 waren hier erholungsbedürftige Soldaten untergebracht. Ein Teil des Hauses war Kriegswaisenheim. 1936 wurde es Kriegerheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Jagdschloss Tuberkuloseheilanstalt. Danach wurde es Altenheim, dass bis 1993 bestand. Seit dieser Zeit steht der Gebäudekomplex, der einst der Wohnungsgesellschaft Schwerin gehörte, leer. Mit dem Verkauf 2011 kam bei den Friedrichsthaler Hoffnung auf. Die hat sich nun wieder zerschlagen.

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