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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. September 2017 | 12:20 Uhr

Geduldsprobe : Jagdschloss im Dornröschenschlaf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei der Stadtverwaltung liegt noch kein Bauantrag für den Umbau des Denkmals vor. Die Investorin möchte öffentlich nicht mehr über ihre Pläne sprechen

svz.de von
erstellt am 24.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Was wird aus dem Jagdschloss Friedrichsthal? Viele Leser fragen am heißen Draht immer wieder nach, wie es denn jetzt weitergehen soll, ob es die Investorin überhaupt noch ernst meint mit dem Objekt. Jenny Kirchhoff und die Sorena GmbH wurden von den Friedrichsthalern freudig willkommen geheißen, als sie das lange leer stehende Ensemble endlich kaufte. Sie legte Pläne vor, die alle toll fanden: Das Denkmal wollte sie ökologisch sanieren lassen, mit Lehm, Holz, Stroh und Kalkfarben. Ein großes Café, Seminarräume und Wohnungen wurden angekündigt. Und auch der denkmalgeschützte Park sollte auf Vordermann gebracht werden. Schon bei der Vorstellung ihres Projektes 2011 räumte sie ein, dass die Realisierung wegen der zahlreichen denkmalpflegerischen Absprachen drei Jahre dauern könnte. Die sind jetzt fast um, von außen sieht das Jagdschloss Friedrichsthal aber nahezu unverändert aus. SVZ fragte bei Jenny Kirchhoff in Berlin nach. „Zu gerne würde ich eindeutige Nachrichten vermelden, aber wir müssen uns in dieser Angelegenheit alle in Geduld üben“, sagt sie und möchte nicht mehr verraten. So früh an die Öffentlichkeit gegangen zu sein, bevor endgültige Entscheidungen getroffen waren, sieht sie heute als Fehler an. Dabei hatten sich die Friedrichsthaler genau über diese Offenheit damals sehr gefreut, schließlich ist das Jagdschloss das zentrale Gebäude in ihrem Ortsteil. Letztlich sei der Umbau des Schlosses „eine private Angelegenheit“, so Jenny Kirchhoff weiter. „Und das bitte ich zu respektieren.“

Aus dem Schweriner Bauamt gibt es aktuell ebenfalls keine erhellenderen Nachrichten. „Bislang ist hier noch kein Antrag für einen Umbau des Jagdschlosses eingegangen“, sagt Amtsleiter Dr. Günter Reinkober. Es gäbe lediglich eine Bauvoranfrage für Nebengebäude. Auch von einer möglichen Nutzung habe er bislang nur über Dritte gehört. Zwischenzeitlich sei wohl auch eine Tagespflege als Nutzer vorgesehen gewesen, doch konkrete Anträge an die Stadt gäbe es nicht. „Belange von Naturschutz, Denkmalpflege und auch Wasserschutz greifen beim Jagdschloss ineinander, jeder möchte seinen Part berücksichtigt finden. Das unter einen Hut zu bringen und dabei Veränderungen durchzusetzen, ist nicht einfach“, so Reinkober. Mit der aufwändigen Erarbeitung eines Pflegewerkes für den historischen Park, das Ende vergangenen Jahres präsentiert wurde, sei aber schon ein guter Anfang gemacht. Mit der nötigen Geduld und mehreren Millionen Euro könnte aus dem Jagdschloss wieder ein Kleinod werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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